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Neues Dresdner Stadtoberhaupt benötigt zwei Durchgänge

Neues Dresdner Stadtoberhaupt benötigt zwei Durchgänge

FDP-Frakionsvorsitzender Holger Zastrow gab sich am Donnerstagabend im Stadtrat bei der Debatte um die Beigeordneten siegessicher. Die Liberalen würden zwar bei der Verteilung der Bürgermeisterämter außen vor bleiben.

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Quelle: Grafik: Eylert

"Dafür stellen wir mit Dirk Hilbert bald den Oberbürgermeister", erklärte Zastrow und wurde wenig später von SPD-Fraktionsvorsitzendem Peter Lames gekontert: "Natürlich wird es bei einer Oberbürgermeisterin bleiben", meinte der Sozialdemokrat, die Frau könne nur Eva-Maria Stange (SPD) heißen. Der Wahlkampf hat den Stadtrat erreicht, aber wie ist die Stimmung in der Stadt?

Das Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden hat für das DNN-Barometer 520 repräsentativ ausgewählte Dresdner befragt. Ergebnis sind zwei wenig überraschende Aussagen: Erstens wird das neue Stadtoberhaupt noch nicht nach dem ersten Wahlgang am 7. Juni feststehen, weil keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen erzielen kann. Zweitens gibt es nur drei Bewerber, die sich ernsthaft Hoffnungen auf einen Wahlsieg machen können: Dirk Hilbert (FDP), Markus Ulbig (CDU) und eben Stange, die für Linke, Grüne und SPD ins Rennen geht.

Die Meinungsforscher sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Eva-Maria Stange und Dirk Hilbert voraus, bei dem die vor allem von der linken Stadtratsmehrheit unterstützte Bewerberin 28 Prozent der Stimmen erzielt, während Hilbert auf 26 Prozent kommt. Ulbig folgt mit deutlichem Abstand, ihm hätten zum Zeitpunkt der Erhebung 15 Prozent der Befragten ihre Stimme gegeben. Pegida-Kandidatin Tatjana Festerling steht nach diesen Daten bei zwei Prozent, AfD-Bewerber Stefan Vogel bei einem Prozent. Andere Bewerber wie Samuel Fink oder Lara Liqueur (Die Partei) spielen auch keine Rolle.

Es wird zum zweiten Wahlgang am 5. Juli kommen. Dann reicht die einfache Mehrheit, die TU-Meinungsforscher haben zwei Fälle konstruiert: Was passiert, wenn es zu einem Zweikampf zwischen Stange und Hilbert kommt? Dann würde die Sozialdemokratin mit 42 Prozent hauchdünn hinter dem Liberalen liegen, den die Meinungsforscher bei 43 Prozent sehen. Sollte es zum Showdown zwischen Stange und Ulbig kommen, dann sagen die Wissenschaftler einen haushohen Sieg der Kunstministerin über ihren Kollegen vom Innenressort voraus - 49 Prozent zu 32 Prozent steht in der Auswertung.

Allerdings ist der zweite Wahlgang eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Niemand weiß, wer am 5. Juli seinen Hut in den Ring wirft. Es lässt sich auch nicht vorhersagen, welche Wahlempfehlung Bewerber abgeben, die ihre Kandidatur zurückziehen. Das hängt vom Ausgang des ersten Wahlkampfes ab und ist eine politische Frage: Kann sich beispielsweise die CDU dazu durchringen, für eine Unterstützung von Hilbert zu werben und Ulbig aus dem Rennen zu nehmen, falls er deutlich hinter dem unabhängigen Bewerber einkommt?

Was können die Parteien und unabhängigen Initiativen sowie Bewerber im Wahlkampf noch tun? Sie müssen um die Stimmen der unentschlossenen Wähler kämpfen. Deren Anteil ist mit 21 Prozent relativ hoch. Der Anteil der Befragten, die nicht zur Wahl gehen wollen, liegt dagegen bei Null Prozent, was ein Problem der Meinungsforschung im Vorfeld von Wahlen zeigt: Eine Wahlbeteiligung von 100 Prozent ist vollkommen ausgeschlossen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.05.2015

Thomas Baumann-Hartwig

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