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Neue Studie: Energieversorger Drewag soll ins "Wiener Loch"

Neue Studie: Energieversorger Drewag soll ins "Wiener Loch"

Bis zur Vorlage des Doppelhaushaltes 2013/2014 im Sommer sollte die Stadtverwaltung ein Konzept für ein Super-Rathaus mit DVB, Drewag, Enso sowie anderen Stadttöchtern prüfen.

Von Ralf Redemund

Das hat der Stadtrat im Dezember vergangenen Jahres mit den Stimmen von CDU, SPD und Grünen beschlossen - gegen FDP, Linke und Bürgerfraktion. Letztere votierten für den Einzug des Technischen Rathauses in die Lingnerstadt. Sie können sich jetzt bestätigt fühlen. Denn in einem Zwischenbericht bescheinigt die Stadt, dass ein Super-Rathaus nicht möglich ist und das Angebot der TLG für den Standort Ex-Robotron-Areal wohl das Beste gewesen wäre.

Noch liegt die endgültige Vorlage mit Beschlussvorschlag der Verwaltung für ein neues Technisches Rathaus nicht vor. Doch der Zwischenbericht zu dem Standortvergleich schließt bereits einige Varianten aus. So kommt das "Wiener Loch" - neuerdings aus Vermarktungsgründen "Prager Carrée" genannt - nur für die Bereiche Planung, Bau und Stadtentwicklung in Frage, scheidet aber nicht nur deswegen aus. Die Energie-Unternehmen Drewag und Enso wollen in City-Center-Nähe am Hauptbahnhof untergebracht werden, um "die Arbeitsbeziehungen besser vernetzen zu können". Die Stadtverwaltung favorisiert hingegen einen rathausnahen Standort. Außerdem haben die Mietverträge unterschiedliche Laufzeiten - Enso bis Juni 2019 und Drewag bis Dezember 2015. Die Verwaltung hält daher die Drewag fürs "Wiener Loch" am besten geeignet.

Die im wahrsten Sinne des Wortes naheliegendste Lösung ist zugleich die teuerste: der Neubau eines Verwaltungszentrums neben Karstadt auf dem Ferdinandplatz. Dort könnten 16 Ämter mit 1520 Mitarbeitern untergebracht werden. Das Terminrisiko wäre aber hoch und die monatlichen Finanzkosten mit rund 246 000 Euro am höchsten, heißt es in dem Bericht.

Eine gute Option wäre demnach auch das World Trade Center (WTC) mit 14 Ämtern und 1354 Mitarbeitern. Hier liege ein klares Mietangebot der Polares Real Estate Asset Management GmbH mit 15,42 Euro pro Quadratmetern vor. Monatlich rechnet die Stadt mit knapp 130 000 Euro Monatskosten und hohem Mietsteigerungsrisiko.

Demgegenüber würde die Lingnerstadt mit dem Umbau des Gebäudes an der St. Petersburger Straße 15 "nur" rund 80 000 Euro pro Monat kosten. Allerdings sei hier das Angebot der TLG Immobilien GmbH im Dezember 2011 abgelaufen, müsste neu verhandelt werden. Mit dem Stadtrats-Auftrag zum Standortvergleich im Dezember 2011 wurde die Ansiedlung in der Lingnerstadt verhindert.

Kein Wunder also wenn FDP-Fraktionschef Holger Zastrow urteilt: "Die vorliegenden Ergebnisse sind ein Offenbarungseid für die Entscheidungen des Stadtrates." Die erneute Prüfung komme zu dem Schluss, dass eine Einmietung in die Lingnerstadt die preiswerteste und strukturell beste Lösung gewesen wäre. "Leider hat der Stadtrat diese Chance im vergangenen Dezember vergeben", so Zastrow. Diese leichtfertige Entscheidung werde langfristig richtig teuer für die Stadt, "dies machen die Ergebnisse des Prüfauftrages deutlich. So brauchen viele der aktuellen Verwaltungsstandorte mittelfristig eine Modernisierung. Ein städtischer Neubau für fast 100 Millionen Euro ist inzwischen noch viel weniger realistisch als vor sechs Monaten."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.07.2012

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