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Neue Guernica-Debatte zur Umbenennung der Schweriner Straße

Erinnerungskultur in Dresden Neue Guernica-Debatte zur Umbenennung der Schweriner Straße

Die Grünen wollen einen Teil der Schweriner Straße in Guernica-Straße umbenennen. Der Vorschlag ist nicht neu, scheiterte 2012 aber im Stadtrat an den damaligen Mehrheitsverhältnissen. Jetzt haben die Befürworter die Oberhand.

Das Theater Junge Generation setzte sich mit der Zerstörung von Guernica auseinander.
 

Quelle: AFP

Dresden.  Die Grünen-Stadtratsfraktion hat einen neuen Vorstoß unternommen, die Schweriner Straße zwischen dem Postplatz und der Hertha-Lindner-Straße in „Guernica-Straße“ umzubenennen. Einen entsprechenden Antrag haben die Grünen jetzt in den Geschäftsgang des Stadtrats eingebracht. Über das Thema werden der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau, der Ortsbeirat Altstadt, der Kulturausschuss und der Stadtrat beraten.

In dem von der Fraktionsvorsitzenden Christiane Filius-Jehne unterzeichnetem Antrag heißt es unter anderem zur Begründung, dass in der öffentlichen Diskussion immer wieder Bezugnahmen auf den „Opfermythos“ auftauchen würden, welcher an die Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg ohne Verständnis für die Kriegsursachen erinnere und mit falschen historischen Schuldzuweisungen verbinde. Immer wieder werde in der öffentlichen Debatte auch die Auffassung vertreten, der historische Rückblick sei nicht mehr erforderlich und die kritische Debatte über die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft könne beendet werden, erklären die Grünen.

Die Stadt Dresden habe die Aufgabe, die sachlich fundierte kollektive Erinnerung an das Kriegsgeschehen im historischen Ursachenzusammenhang zu pflegen. „Nur mit dem Erinnern an die Ursachen der Kriegszerstörung im internationalen, regionalen und lokalen Kontext besteht für die Zukunft die Chance, solche Zerstörungen zu vermeiden“, heißt es in dem Antrag. Erinnerungskultur dürfe nicht ins Museum und in wissenschaftliche Bibliotheken verbannt werden, sondern müsse im öffentlichen Raum erlebbar sein.

Die Erinnerung an die spanische Stadt Guernica im Dresdner Stadtzentrum mit einer Straßenbenennung sei deshalb geeignet, die historische Erinnerung an den Ursachenzusammenhang für die Kriegzerstörung Dresdens im Februar 1945 wachzuhalten. Die Stadt Dresden mit ihrem Selbstverständnis als Kunst- und Kulturstadt könne durch die Benennung der „Guernica-Straße“ einen wichtigen Mosaikstein in der lokalen Erinnerungskultur schaffen und damit den Wunsch nach Frieden als Gemeinsamkeit im europäischen Kontext weiter bekräftigen, so die Grünen. Das baskische Guernica war 1937 von Bomberverbänden des faschistischen Deutschlands in Schutt und Asche gelegt worden.

Ein ähnlich lautender Antrag der Grünen war 2012 im Stadtrat am Widerstand von CDU und FDP gescheitert. Der heutige stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende hatte damals in der Debatte erklärt, er könne die Strategie der Grünen nicht unterstützen, das „Stadtzentrum mit einem Fanal der Schande zu pflastern“. Das hatte deutschlandweit für Empörung gesorgt. Die SPD und die Linken hatten 2012 den Antrag unterstützt. Die drei Parteien verfügen jetzt im Stadtrat über die Mehrheit, so dass der Antrag diesmal verabschiedet werden dürfte.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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