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Naturschule: Eltern gegen Transfer in staatliche Schule

Naturschule: Eltern gegen Transfer in staatliche Schule

Im Streit um die bevorstehende Schließung der "Natur und Umweltschule" (NUS) in Klotzsche hat die Bildungsagentur in einem Krisengespräch mit Elternvertretern angeboten, die NUS-Lehrer in den staatlichen Schuldienst zu übernehmen und mit den Schüler klassenweise etwa in die 19. Grundschule am Jägerpark zu integrieren.

Elternsprecherin Birgit Claus wies die Offerte zurück: "Das kommt faktisch einer Schulauflösung gleich", kritisierte sie - die Eltern wollen weiter für den Erhalt der freien Schule kämpfen.

Der Ursprung des Streits reicht anderthalb Jahre zurück: Der "Verein Sozialpädagogischer Projekte" (VSP) hatte die Eröffnung der NUS im November 2010 bei der Bildungsagentur beantragt - und die lehnte damals ab. Tenor: Das Konzept unterscheide sich zu wenig von denen staatlicher Schulen. Sie berief sich auf Artikel 7 des Grundgesetzes, laut der sie als Schulaufsicht private Volksschulen nur zulassen dürfe, wenn sie ein "besonderes pädagogisches Interesse" feststellen könne.

Per Eilentscheidung am Verwaltungsgericht Dresden erwirkte der VSP dennoch die NUS-Eröffnung zum Schuljahr 2011/12. Inzwischen hat das Oberverwaltungsgericht Bautzen diesen Eilentscheid jedoch verworfen und der Bildungsagentur recht gegeben. Die verfügte daraufhin, dass die NUS am Manfred-von-Ardenne-Ring Ende August geschlossen werden müsse.

Dagegen wehren sich seitdem die Eltern der NUS-Schüler. Nach ihrer Ansicht verfolgt die Privatschule sehr wohl ein ganz eigenes Konzept mit jahrgangsübergreifendem Unterricht nach dem Jenaplan-Konzept und der Waldorf-Pädagogik mit Unterricht im Freien und vielen Naturausflügen. Dabei bekommen sie Rückenwind vor allem der linken Parteien, aber auch von Sozialvereinen und Gewerkschaften. So forderte der Dresdner DGB-Vorsitzende Ralf Hron gestern die Bildungsagentur auf, in den Ferien "ihre eigene Linie zu überdenken." Hron verwies auf den akuten Platzmangel an den staatlichen Schulen in Dresden und äußerte sein Unverständnis, dass angesichts von steigenden Kinderzahlen in der Stadt "eine offensichtlich funktionierende und breit getragene Freie Schule" dicht gemacht werden solle.

Vertreter von Sozialvereinen hatten am Donnerstagabend noch per Antrag im Jugendhilfeausschuss versucht, die Stadtspitze auf eine Unterstützung der NUS und des NUS-Hortes festzueisen. Dies scheiterte indes am Veto von CDU und FDP. Über Schulen könne allein das Land entscheiden, da könne die Stadt nichts machen, argumentierte CDU-Rat Patrick Schreiber. Auf seinen Wunsch soll lieber der Stadtrat über den Antrag entscheiden. Grünen-Stadtrat Jens Hoffsommer hält dies indes für "aberwitzig", Schreiber solle nicht "so einen Aufriss" machen. Nun drohe eine Rats-Sondersitzung in der Sommerpause. Auch Linke-Stadtrat Tilo Kießling kritisierte das CDU-Veto.

Heiko Weckbrodt

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.07.2012

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