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Nanozentrum kostet Dresden Millionen

Nanozentrum kostet Dresden Millionen

Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) hat dem Stadtrat jetzt einen Rettungsplan für das in finanzielle Schieflage geratene Nanoelektronikzentrum Dresden (Nanoz) vorgelegt. Dabei soll die Stadt Dresden dem Nanoz ein Gesellschafterdarlehen von bis zu 4,142 Millionen Euro gewähren.

Dresden. Die Summe kann sich verringern, wenn Fördermittel für die Sanierung des Nanoz fließen.

Gleichzeitig soll die Stadt alle bisher gewährten Gesellschafterdarlehen in Höhe von 2,819 Millionen Euro nebst der gestundeten Zinsen abschreiben, insgesamt sind das 3,206 Millionen Euro. Das Geld wird den Plänen zufolge nicht zurückgezahlt, sondern in eine Kapitaleinlage an das Nanoz umgewandelt.

Die noch im Besitz des Nanoz befindlichen Gebäude 5 und 7 sollen verkauft werden. Ein wirtschaftlicher Betrieb des Nanoz sei nur in den Häusern 1 und 3 möglich. Ein Weiterbetrieb der Häuser 5 und 7 würde eine Sanierung mit einem Umfang von fast 13 Millionen Euro erfordern. Das sei nicht zu stemmen.

In der Vorlage werden mehrere wirtschaftliche Szenarien wie eine Insolvenz oder Liquidation der Gesellschaft betrachtet. In diesen Fällen würde die Landeshauptstadt Dresden deutlich höhere finanzielle Verluste erleiden als beim vorgeschlagenen Weg. Der Verkauf der Häuser 5 und 7 soll dabei zu einem Mindestgebot von 2,1 Millionen Euro erfolgen. Etwas mehr als eine Million Euro müsste für die Tilgung eines Kredits verwendet werden. Die übrigen rund 1,04 Millionen Euro sollen an die Landeshauptstadt Dresden als Sondertilgung für ihr Gesellschafterdarlehen fließen.

Bei der Sanierung des Nanoz gibt es eine Reihe von wirtschaftlichen Risiken. So besteht die Möglichkeit, dass der Freistaat Sachsen bisher ausgereichte Fördermittel in Millionenhöhe zurückfordert. Es ist keineswegs sicher, dass die Landeshauptstadt einen Käufer für die Häuser 5 und 7 findet. Die angestrebte Auslastung der Häuser 1 bis 3 ist ein anspruchsvolles Ziel. Für die Bewilligung neuer Fördermittel gibt es noch keine Zusage. Im günstigsten Fall, so heißt es in der Vorlage, entstehen der Stadt bei Gesamtkosten von 3,892 Millionen Euro für die Sanierung der Häuser 1 und 3 Ausgaben in Höhe von 946 000 Euro. Das wäre der Fall, wenn die Häuser 5 und 7 zum Mindestgebot verkauft werden und Fördermittel in Höhe von 1,946 Millionen Euro fliesen würden. Dann müsste die Stadt ein Darlehen von weniger als eine Million Euro beisteuern, das zurückgezahlt werden soll, wenn das Nanoz Überschüsse erwirtschaftet.

2007 wurde das Nanoz vor allem auf Initiative des damaligen Wirtschaftsbürgermeisters und heutigen Oberbürgermeisters Dirk Hilbert (FDP) gegründet, um im Bereich Nanoelektronik Wirtschaftsförderung zu betreiben. Doch es kam immer wieder zu Unregelmäßigkeiten und Unstimmigkeiten, die dazu führten, dass das Nanoz zum Sorgenkind für die Landeshauptstadt wurde. Mehrfach musste die Stadt stattliche Beträge zuschießen oder für Kredite bürgen.

VON THOMAS BAUMANN-HARTWIG

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