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Nach Marwa-El-Sherbini-Eklat im Stadtrat: CDU-Fraktion in der Führungskrise

Nach Marwa-El-Sherbini-Eklat im Stadtrat: CDU-Fraktion in der Führungskrise

Der Eklat im Stadtrat über den gescheiteten Versuch der Benennung eines Straßenteilstücks nach der 2009 im Landgericht ermordeten Ägypterin Marwa El Sherbini offenbart eine Führungskrise in der CDU-Fraktion.

Von Ralf redemund

Weder Chef Georg Böhme-Korn noch Stellvertreter Peter Krüger agierten souverän.

Man habe nicht gewusst, dass auch die Linken Einreicher des Antrages von Grüne und SPD gewesen seien. Auch habe der Antrag nicht schriftlich vorgelegen, sagten unisono mehrere CDU-Stadträte. Ein Antrag mit der Linken - das gehe nicht. Linke-Chef André Schollbach sei ein rotes Tuch für die CDU. Man sei davon ausgegangen, dass das Thema zurück in den Bauausschuss verwiesen und nicht vorentschieden werden sollte.

Wenig glücklich muten auch Beobachtungen der Grünen an. So soll Angela Malberg (CDU) angesichts des unwürdigen Verhaltens ihrer Fraktion geweint haben. Malberg verneint das gegenüber DNN. Sie habe seit 14 Tagen eine Allergie. Deshalb habe der Hals gekratzt, die Nase gekrabbelt und es die eine oder andere Träne gegeben.

Wutschnaubend soll Peter Krüger den Stadtrat vorzeitig verlassen haben, weil er mit dem Agieren von Hans-Joachim Brauns (CDU) nicht einverstanden gewesen sei. Das stellt Krüger anders dar. Er stehe beruflich stark unter Druck, sei gesundheitlich angeschlagen, habe sich vorzeitig zurückziehen müssen, um sich zu erholen.

Laut den Grünen habe CDU-Stadtrat Hans-Joachim Brauns mit Austritt aus der Fraktion gedroht, wenn die CDU dem Antrag folge. Brauns spricht von "Schwachsinn". Einige seiner CDU-Kollegen bestätigen Brauns, sagen aber auch, dass der Richter am Landgericht getobt und Begriffe wie "Dilettantismus" und "Blindgänger" in Richtung Krüger gesagt haben soll.

Innerhalb der CDU gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, ob ein Straßenabschnitt nach El Sherbini genannt werden soll. Brauns lehnt das ab, Malberg kann sich das vorstellen. Die Fraktion werde die Vorgänge im Rat intern debattieren. Eine vorzeitige Wahl des Fraktionsvorstandes (turnusgemäß im Juni) stehe nicht zur Debatte, so Fraktionschef Böhme-Korn.

Um die künftige Führung gibt es jetzt schon ein Gerangel. Dem Vernehmen nach will Christa Müller, Vorgängerin von Böhme-Korn - entnervt von der Führungsschwäche der CDU-Spitze - wieder antreten. Hinter vorgehaltener Hand war Krüger als Nachfolger von Böhme-Korn gesetzt. Doch nach dem Marwa-Eklat scheint er nur noch schwer vermittelbar, zumal Böhme-Korn nicht mehr nur als Lückenbüßer dastehen möchte, sondern bis zum Ende der Stadtratsperiode Chef bleiben will, heißt es. Manche bemühten den Vergleich zum einst geschassten Michael Grötsch. Der hätte im Vorfeld für klare Verhältnisse gesorgt. Und klugerweise im Zweifelsfall eine Auszeit im Stadtrat beantragt. Weder Böhme-Korn noch Krüger kamen auf diese Idee.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.01.2012

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