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Nach FDP-Aus: Jan Mücke wechselt wieder in die Immobilienwirtschaft

Nach FDP-Aus: Jan Mücke wechselt wieder in die Immobilienwirtschaft

Auch über einen Tag nach ihrem Abgang aus dem Bundestag sitzt der Schock bei der FDP noch immer tief. Über Gründe für das Scheitern und seine eigenen Perspektiven sprachen die DNN mit einem der bekanntesten Dresdner Liberalen, dem Ex-Bundestagsabgeordneten Jan Mücke.

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Jan Mücke

Quelle: pd

Frage: Herr Mücke, zum ersten Mal in ihrer Geschichte ist die FDP nicht im Deutschen Bundestag vertreten. Wie erklären Sie sich ganz persönlich dieses desaströse Ergebnis?

Jan Mücke: Die FDP hat eine ganze Reihe von vermeidbaren Fehlern gemacht. Wir haben die Bundestagswahl 2009 mit der Steuerpolitik gewonnen und bei der Regierungsbildung weder einen verbindlichen Fahrplan zur Steuersenkung vereinbaren können noch auf einen liberalen Finanzminister bestanden. Wir haben, ähnlich wie die SPD mit der Agenda 2010, mit der Eurorettung eine schwierige Entscheidung für unser Land mitgetragen und zahlen nun einen hohen Preis dafür. Immerhin hatten wir dazu in der FDP einen sehr knapp ausgegangenen Mitgliederentscheid. Wer gegen die Rettung von Opel war, tut sich schwer, die Rettung von Griechenland zu begründen. Und schließlich haben wir eine Energiewende mehrheitlich mitgetragen - übrigens gegen meine persönliche Stimme - die Planwirtschaft pur ist und wenig mit marktwirtschaftlichen Prinzipien zu tun hat. Damit und mit der einen oder anderen dummen Eitelkeit haben wir unsere Wähler irritiert.

Acht Jahre lang saßen Sie für die FDP im Bundestag, die letzten vier Jahre waren Sie zugleich Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbau- und -verkehrsministerium. Wo sehen Sie jetzt Ihre berufliche Zukunft?

Es ist sehr bitter, viel gesät zu haben und nun zusehen zu müssen, wie andere ernten. Meine Hauptsorge gilt nun meinen großartigen Mitarbeitern. Ich bin aber nach ersten Gesprächen zuversichtlich, dass alle bald neue Arbeitgeber finden. Ich selbst werde wieder selbstständig in der Immobilienwirtschaft tätig sein.

Könnten Sie sich eine Rückkehr nach Dresden als Landtagsabgeordneter oder einfacher Stadtrat vorstellen?

Diese Frage stellt sich jetzt wirklich nicht. Machen Sie sich um mich keine Sorgen.

Was ist für einen Neuanfang der FDP nötig?

Es braucht eine klare Fehleranalyse und einen personellen Neuanfang. Eigentlich ist es ganz einfach, wir müssen die Irritation unserer Wähler einstellen und klar machen, dass die FDP Freiheit umfassend definiert. Gesellschaftliche Liberalität geht mit wirtschaftlicher Freiheit einher. Für uns steht auch künftig die Freiheit des Einzelnen und nicht das Kollektiv oder der Staat im Mittelpunkt der Politik.

Bis auf Sachsen gehört die FDP mittlerweile keiner einzigen Landesregierung mehr an. Muss der Neustart der Partei deshalb von der sächsischen FDP ausgehen?

Auf die sächsische FDP kommt jetzt eine große Verantwortung zu. Wir haben Erfahrung darin, eine außerparlamentarische Phase zu überstehen und mit neuer Kraft in das Parlament zurückzukehren. Wir müssen aus den Ländern heraus die FDP wieder aufbauen. Dabei kommt uns unsere starke kommunale Verankerung in Sachsen und die Regierungsverantwortung in Dresden zugute. Wir sind mit dem sächsischen Weg immer eigenständig erfolgreich gewesen. Und wir haben im Freistaat immer etwas kantiger und deutlicher als die Bundespartei agiert, das ist jetzt dringend erforderlich für die ganze FDP.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.09.2013

Christoph Stephan

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