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Moderator der Arbeitsgruppe 13. Februar in Dresden: „Demokratie bedarf des Mutes jedes Einzelnen“

Moderator der Arbeitsgruppe 13. Februar in Dresden: „Demokratie bedarf des Mutes jedes Einzelnen“

Es scheint, als werde ausgerechnet der 70. Jahrestag der Bombardierung Dresdens am 13. Februar 2015 von den aktuellen Ereignissen aus dem Bewusstsein der Dresdner verdrängt.

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Joachim Klose, Moderator der Arbeitsgruppe 13. Februar,

Quelle: Hauke Heuer

Wieviel Raum ist für den Protest gegen die Instrumentalisierung des Gedenktages durch Rechtsextremisten, wenn seit Wochen immer mehr Anhänger des Pegida-Bündnisses durch Dresden marschieren? Hat die Zivilgesellschaft überhaupt noch die Kraft nach all den Gegendemonstrationen, mit der Menschenkette wieder ein Zeichen für Demokratie und Toleranz zu setzen?

Joachim Klose, Moderator der Arbeitsgruppe 13. Februar, zeigt sich im DNN-Interview zuversichtlich: Er hofft darauf, die schweigende Mehrheit dazu motivieren zu können, sich zu bekennen. Die Bürgerschaft könne deutlich machen, dass sie sich ihrer Verantwortung für Frieden und Demokratie bewusst sei. Am Mittwoch stellten Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt und Klose die Veranstaltungen vor, die zum 13. Februar geplant sind.

Frage: Der 13. Februar 2015 ist der 70. Jahrestag der Zerstörung Dresdens. Welche Symbolkraft hat diese Jahreszahl?

Joachim Klose:

"Der 70. Jahrestag hat eine besondere Bedeutung. Wir erreichen eine andere Sichtbarkeit der Stadt als in den Jahren zuvor. Die Weltöffentlichkeit schaut auf uns als Stadt. Das ist auch den Provokateuren aus den extremistischen Lagern bewusst. Der 70. Jahrestag ist eine besondere Herausforderung. Wir müssen unsere Arbeit intensivieren und alles auf den Prüfstand stellen."

Was plant die Arbeitsgruppe 13. Februar der Landeshauptstadt Dresden?

"Es wird einige schöne Veränderungen geben. Wir haben uns in der Arbeitsgruppe darauf geeinigt, das Zeitfenster der Veranstaltungen zu öffnen. Wir möchten alle Vereine, Verbände und Institutionen einladen, im Zeitfenster vom 26. Januar bis zum 13. Februar Veranstaltungen anzumelden. Es wird dazu eine Webseite der Stadt geben, auf der alles aufgelistet wird. Bewährtes wie die Menschenkette, der Gedenkweg oder der Rundgang Täterspuren wird natürlich beibehalten."

Wen wollen Sie mit dem Aufruf zum Gedenken erreichen?

"Die gesamte Gesellschaft. Wir möchten die klassische Bürgergesellschaft motivieren, Verantwortung zu übernehmen. Wir wollen die schweigende Mehrheit dazu bringen, sich zu bekennen. "

Welche Botschaft soll von Dresden ausgehen?

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Orosz sagte, dass sich in Dresden in den vergangenen Jahren aus einer „Kultur des Zuschauens eine Kultur des Mitmachens" entwickelt habe, lobte sie das Engagement der Bürger.

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"Der 13. Februar ist kein Tag des rückwärts gerichteten Wundenleckens. Wir definieren uns auch nicht über den Protest gegen Rechts. Der 13. Februar kann aber auch nicht nur stilles Gedenken beinhalten, weil darin die Intention der Bürgergesellschaft nicht sichtbar wird. Wir sollten die Menschenkette ernst nehmen. Sie steht für eine Gesellschaft, die sich ihrer Verantwortung für Frieden und Demokratie bewusst ist. Und die ihre Haltung auch deutlich sichtbar macht, die sich positioniert. Mein Wunsch wäre es, dass zehn Prozent der Dresdner zur Menschenkette kommen zum 70. Jahrestag. "

Wie wollen Sie das erreichen?  Bleiben nicht gerade diejenigen, die Sie ansprechen wollen, zu Hause?

"Wir müssen das Gedenken in die Mitte der Gesellschaft tragen. Wir reden mit den Schulen, Vereinen und Verbänden. Demokratie bedarf des Mutes jedes Einzelnen. Es geht ja auch um die Frage, wie wir mit dem 13. Februar umgehen, wenn es keine Provokationen mehr gibt. Ich bin unbedingt dafür, die Menschenkette beizubehalten. Wir brauchen dieses Wirken in der Gesellschaft und das Sichtbarmachen unserer Haltung. "

Wie ist das Verhältnis der Arbeitsgruppe zum Bündnis „Nazifrei – Dresden stellt sich quer“, das zur Blockade rechtsextremer Aufzüge aufruft?

"Es gibt Güter, die über jeder Provokation stehen. Das sind Gewaltfreiheit und Rechtsstaatlichkeit. Protest, der sich in diesem Rahmen bewegt, ist legitim. Wir sollten uns auch immer daran erinnern, dass es die Polizei ist, die den Rechtsstaat verteidigt."

Hat sich das Klima in der Arbeitsgruppe mit dem Mehrheitswechsel im Dresdner Stadtrat verändert?

"Nein. Die Arbeitsgruppe will über alle politischen Grenzen hinweg integrativ gestalten. Die Konstellation hat sich nicht geändert. "

Wie schwierig ist es, die Arbeitsgruppe zu moderieren?

"Das hat sich eingespielt. Ich gebe nicht vor, was die anderen zu denken haben. Und ich bin allein meinem Gewissen verpflichtet."

tbh

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