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Mehr Geld für OB-Vertraute Schmidt-Krech: Stadt will Gehalt um 519 Euro monatlich erhöhen

Mehr Geld für OB-Vertraute Schmidt-Krech: Stadt will Gehalt um 519 Euro monatlich erhöhen

Wenige Wochen vor den Kommunalwahlen will die Stadt das Gehalt von Doris Schmidt-Krech um 519 Euro pro Monat erhöhen. Was normalerweise als Formalie stillschweigend durchgewunken werden würde, taugt im Fall Schmidt-Krech zum politischen Scharmützel.

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Doris Schmidt-Krech

Quelle: PR

Denn die gelernte Sekretärin gilt als engste Vertraute von Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), leitet seit dem 1. Oktober 2010 das Büro der OB und zählt schon jetzt zu den Spitzenverdienern im Rathaus. Ihr Führungsstil ist allerdings umstritten. So berichten Insider, wie die 54-Jährige starken Druck auf Untergebene ausüben soll, was sich seit Jahren in hohen Krankenständen und Personalrochaden niederschlägt.

Die Stelle von Doris Schmidt-Krech will sich die Stadt laut einer internen Vorlage, die den DNN vorliegt, künftig 93 100 Euro im Jahr kosten lassen. Diese Summe bezieht sich auf das Arbeitgeber-Brutto, umfasst also bereits die Beiträge für Kranken- und Rentenversicherung. "Ihre fachlichen Fähigkeiten und Erfahrungen stellt sie stets umfassend in den Dienst der Landeshauptstadt Dresden", heißt es in der Begründung zu der von Helma Orosz unterzeichneten Vorlage. "Ihre übertragenen Aufgaben löst sie mit weit überdurchschnittlichem Engagement, selbstständig und zielorientiert." Da die Ergebnisse "von hoher Qualität geprägt" seien, wolle man die Leiterin des OB-Büros anderen Führungskräften wie tariflich eingruppierten Amtsleitern gleichstellen. Im Dresdner Stadtrat stößt die geplante Gehaltssteigerung fraktionsübergreifend auf Widerstand. Hier wird am Ende über die Personalie entschieden.

"In Orosz' Büro gehts zu wie bei Helma unterm Sofa", ärgert sich Linke-Fraktionschef André Schollbach. "Dort wurden bereits mehrfach kompetente und engagierte Mitarbeiter kaputt gespielt, die dann schließlich in andere Geschäftsbereiche geflüchtet sind. Diese Art der Personalführung darf nicht auch noch mit einer satten Gehaltserhöhung belohnt werden."

Ähnlich äußert sich die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Christiane Filius-Jehne, gegenüber den DNN. "Wir sehen das sehr kritisch - besonders vor dem Hintergrund, dass die gesamte Verwaltung sechs Millionen Euro an Personalkosten einsparen muss. Beförderungen von ohnehin gut bezahltem Spitzenpersonal zum frühestmöglichen Zeitpunkt sind da ein falsches Signal."

CDU-Fraktionssprecher Stefan Zinkler kontert, es handele sich im Fall Doris Schmidt-Krech um eine vertrauliche Vorlage, die die Stadträte in der Öffentlichkeit nicht zu diskutieren hätten. "Dass der Zeitpunkt der Vorlage - zwei Monate vor der Kommunalwahl - einer nüchternen und sachlichen Behandlung im Stadtrat und seinen Gremien abträglich ist, brauche ich ja nicht besonders zu erwähnen", meint Zinkler.

Christoph Hille, der Vorsitzende der Bürgerfraktion, macht eine ganz andere Rechnung auf, schließlich sei momentan die Stelle des persönlichen Referenten der OB vakant und werde von Schmidt-Krech mit übernommen. "Die Personalkosten für diese Stelle werden also derzeit eingespart und diese Stelle ist definitiv nicht für 500 Euro brutto monatlich zu besetzen. Die bisherige Einsparung würde also nur um diese 500 Euro gekürzt, das ist vertretbar", betont Hille.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.03.2014

Stephan, Christoph

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