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Maximilian Vörtler ist der jüngste Ortsvorsteher in Dresden

Jung, bodenständig, politisch Maximilian Vörtler ist der jüngste Ortsvorsteher in Dresden

2007 ist er in die CDU eingetreten - und heute mit 26 Jahren Ortsvorsteher in Mobschatz. Maximilian Vörtler ist ein Hoffnungsträger der Dresdner Christdemokraten: Er ist bodenständig, bescheiden und trotzdem ein politisches Talent.

Mit 26 Jahren Ortsvorsteher in Mobschatz: Maximilian Vörtler im Dorfclub.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Als seine Mitschüler in den Ferien über den Bolzplatz jagten, absolvierte er ein Praktikum im Landtag. Wenn Gleichaltrige die neuesten Songs aus den Charts summten oder nach den angesagten Klamotten suchten, vertiefte er sich in zeitgeschichtliche und historische Zusammenhänge. 2007 ist er in die CDU eingetreten - und heute mit 26 Jahren Ortsvorsteher in Mobschatz. Maximilian Vörtler ist ein Hoffnungsträger der Dresdner Christdemokraten: Er ist bodenständig, bescheiden und trotzdem ein politisches Talent. Er ist der jüngste Ortsvorsteher der Landeshauptstadt.

"Wenn ich die große Karriere machen will, muss ich nach Berlin gehen", weiß der Student der Politikwissenschaft, der seine Zukunft aber nicht im Bundestag sieht, sondern in der politischen Verwaltung. "Vielleicht bewerbe ich mich um ein Stadtratsmandat", erklärt er, aber das sei Zukunftsmusik. "Man sollte sich nie überlasten." Das Thema seiner Abschlussarbeit zeigt sein theoretisches Interesse für die unmittelbare Demokratie. Er befasst sich mit der Einführung der Ortschaftsverfassung im gesamten Stadtgebiet von Dresden.

Als Ortsvorsteher von rund 1400 Einwohnern ist er im Ehrenamt tätig und erhält dafür eine Aufwandsentschädigung, die ein besseres Taschengeld ist. Aufwändig ist das Amt allemal. Er muss Ortschaftsratssitzungen vorbereiten, für alle Bewohner der Ortschaft ein offenes Ohr haben, mit den Ämtern der Landeshauptstadt Dresden verhandeln und den Kontakt zur Verwaltungsstelle halten. Die liegt in Pennrich, weil die Mitarbeiter der Ortschaft Gompitz für Mobschatz mit zuständig sind. "Das führt dann dazu, dass wir manchmal Akten hin- und herfahren müssen."

Wie die Jungfrau zum Kinde sei er nicht zu seinem Amt gekommen, sagt Vörtler. Er sei schon vor der Kommunalwahl 2014 in Parteikreisen angesprochen worden, ob er es sich vorstellen könne, an die Spitze der Ortschaft zu rücken. "Mein Vorgänger Frank Arnold wollte aus Altersgründen kürzertreten. Er hat mich schon vorher zu Terminen mitgenommen und mir viele Sachen gezeigt, so dass ich nicht völlig ins kalte Wasser geworfen wurde."

Seit wenigen Wochen ist Vörtler nun im Amt und hat nach eigenem Bekunden schon Lehrgeld gezahlt. "Aber die Aufgabe ist unheimlich spannend. Ich sehe mich als Dienstleister für die Bürger", sagt er und fügt nachdenklich an: "Der Etat, der mir zur Verfügung steht, minimiert meine auf dem Papier stehenden Kompetenzen erheblich."

Mobschatz hat sich bis zuletzt gegen die Eingemeindung nach Dresden gewehrt und wurde 1999 zwangseingemeindet. Die Folge: Es gibt keinen Eingemeindungsvertrag, sondern nur eine Vereinbarung mit der Landeshauptstadt. "Andere sind freiwillig nach Dresden gegangen und haben für sie vorteilhafte Verträge aushandeln können." Ihm stünden fünf bis sechs Euro Verfügungsmittel pro Einwohner zur Verfügung, andere Ortschaften hätten da deutlich mehr Spielräume.

"Aber damit muss ich leben und umgehen", sagt Vörtler, der als Ortsvorsteher auch erkennen muss, wie lange Veränderungen dauern. "Der Öffentliche Nahverkehr ist ein riesiges Problem. Der Bus fährt stündlich, manchmal gar nicht", sagt der 26-Jährige, fehlende Fußwege und Buswartehäuschen stehen auf seiner Prioritätenliste auch weit oben. "Doch es kann nur Schritt für Schritt gehen", weiß er, "die Wand ist stärker als ein Kopf."

Thomas Baumann-Hartwig

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