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Lampenstreit in Dresden-Striesen: Denkmalschützer wurden nicht informiert

Lampenstreit in Dresden-Striesen: Denkmalschützer wurden nicht informiert

Der Striesener Lampenstreit spitzt sich immer weiter zu. Denn Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) gab jetzt offen zu, dass es beim Abbau der historischen Gaslaternen an der Ecke Altenberger-/Oehmestraße vor einigen Monaten nicht mit rechten Dingen zuging.

Von Christoph Stephan

Damit wird offenkundig, was sich viele Anwohner schon dachten, denn sie können nicht verstehen, warum die aus ihrer Sicht kulturhistorisch wertvollen Laternen neun Meter hohen, modernen "Peitschenlampen" weichen mussten.

Laut Orosz hätten vor dem Austausch der Beleuchtung zwingend die Denkmalschützer der Stadt ihr Okay geben müssen. "Diese Bedingung wurde nicht eingehalten. Der Lampentyp der technischen Beleuchtung wurde im Zuge der Ausführungsplanung nicht mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt", schreibt die Oberbürgermeisterin auf eine Anfrage von CDU-Stadtrat Sebastian Kieslich. Zudem könne sich das Straßen- und Tiefbauamt nicht darauf berufen, "dass die in der Genehmigung geforderte Abstimmung (...) aufgrund einer bereits im Jahr 2007 mit dem Landesamt für Denkmalpflege erfolgten Abstimmung entbehrlich gewesen sei".

Orosz vermutet Kommunikationsdefizite, die zu der peinlichen Panne geführt haben, was allerdings ziemlich unwahrscheinlich ist, schließlich wurden nicht zum ersten Mal in Dresden alte Gaslaternen gegen moderne ausgetauscht. "Derzeit wird noch geklärt, ob die Untere Denkmalschutzbehörde dem verwendeten Lampentyp im Zuge der geforderten Abstimmung zugestimmt hätte", erklärt Orosz. Dieses Votum dürfte entscheidend sein bei der Frage, ob die verhassten "Peitschenlampen" wieder weg müssen oder bleiben dürfen. Bei einer Sitzung des Blasewitzer Ortsbeirats im August machte Denkmalpflegerin Petra Eggert keinen Hehl daraus, dass ihr Referat für den Erhalt der historischen Gaslaternen gestimmt hätte, wenn es denn gefragt worden wäre.

"Wie jeder Bürger muss sich auch die Verwaltung an Recht und Gesetz halten", meint Kieslich. Er fordert, dass die modernen Lampen wieder abmontiert und durch eine "gebietstypische Straßenbeleuchtung" ersetzt werden. Innerhalb des Rathauses sei darüber hinaus zu klären, wer für den entstandenen finanziellen Schaden verantwortlich ist und eventuell dafür haftbar gemacht werden kann.

Nach DNN-Informationen kostet die erneute Umrüstung der Lampen mindestens einen sechsstelligen Betrag. Architekt Rainer Scholz empfahl bereits im Ortsbeirat, solche Leuchten zu nehmen, die historisierende Elemente aufweisen und damit wie die mit Gas betriebenen Kandelaber stadtbildprägend wären, aber im Inneren voller moderner Elektronik stecken und so die gewünschte Helligkeit gewährleisten.

Dresden führte 1828 als eine der ersten Städte Deutschlands eine Gasbeleuchtung ein. Die abgebauten Laternen werden nicht verschrottet, sondern aufgearbeitet, um zum Beispiel den Neumarkt in ein warmes Licht zu tauchen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.11.2012

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