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Lampenstreit in Dresden: Blasewitzer Kandelaber stehen jetzt in Kleinzschachwitz

Lampenstreit in Dresden: Blasewitzer Kandelaber stehen jetzt in Kleinzschachwitz

Die Stadt hat die vor einem Jahr demontierten Gaskandelaber von der Altenberger- bzw. Oehmestraße an anderer Stelle schon wieder aufgebaut. Das bestätigte der Chef des Straßen- und Tiefbauamtes, Reinhard Koettnitz, auf DNN-Anfrage.

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Die historischen Kandelaber wurden unter anderem in der Kyawstraße aufgestellt.

Quelle: Dietrich Flechtner

Demnach wurden die historischen Kandelaber für den elektrischen Betrieb aufgerüstet und leuchten nun in Kleinzschachwitz, genauer gesagt an der Kyawstraße zwischen Zschierener Straße und Berthold-Haupt-Straße, an der Hosterwitzer Straße sowie entlang der Kurhausstraße.

Koettnitz tritt damit entschieden einem Gerücht entgegen, wonach die alten Kandelaber verschrottet worden sein sollen. Ronald Franke von der Bürgerinitiative Blasewitz beteuert, genau diese (offenbar falsche) Information von einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung erhalten zu haben. Das Gerücht trug einige Sprengkraft in sich, schließlich wurden die über 100 Jahre alten Gaslaternen unter zweifelhaften Umständen an der Altenberger-/Oehmestraße entfernt und durch moderne Peitschenlampen ersetzt. Die ausladenden, neun Meter hohen Leuchten sind vielen Blasewitzern seitdem ein Dorn im Auge, weil sie aus ihrer Sicht nicht stadtteilverträglich sind.

Im August vergangenen Jahres kam im Ortsbeirat heraus, dass sich die Ämter des Rathauses im Vorfeld untereinander nicht genügend abgestimmt haben. Vor allem Dresdens Denkmalschützer, die auf einen Erhalt der Kandelaber an Ort und Stelle pochten, fühlen sich übergangen.

Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) höchstpersönlich gestand die Panne später ein, das Straßen- und Tiefbauamt hätte sich nicht allein auf das Okay von Seiten des Landesamtes für Denkmalpflege aus dem Jahr 2007 berufen dürfen.

Für eine Einigung ist es mittlerweile zu spät. Allerdings kann die Verwaltung beweisen, dass sie künftig bei diesem Thema besser zusammenarbeitet, denn laut Koettnitz wird immer noch geprüft, welcher Lampentyp in Zukunft an der Altenberger- und der Oehmestraße strahlen soll. Dass die modernen Peitschenlampen wieder weg müssen, hatte der Stadtrat bereits Mitte Dezember mehrheitlich beschlossen. Zum Charakter des Gebietes passende Alternativvarianten sollten eigentlich bis zum 31. März vorliegen, doch in diesem Punkt lässt sich die Stadt vorerst weiter Zeit.

Dass die elektrisch modifizierten Kandelaber aus Kleinzschachwitz zurück nach Blasewitz wandern, schließt Koettnitz jedoch aus: "Um das zu ermöglichen, müssten wir auf einer Straßenseite Leitungen wieder herausreißen und Einfahrten verändern. Da stünden Aufwand und Nutzen in keinerlei Verhältnis zueinander", betont der Chef des Straßen- und Tiefbauamtes. Nach Angaben von SPD-Stadtrat Axel Bergmann, der Einsicht in die entsprechenden Akten nahm, kostete schon allein der Bau der Peitschenlampen 150 000 Euro. Sie zu demontieren würde mit weiteren 40 000 Euro zu Buche schlagen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.04.2013

Christoph Stephan

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