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Lässiger Abschied für Verleger

Lässiger Abschied für Verleger

Es heißt Abschied nehmen. Ein scharfes Schwert werden dabei nur wenige verspüren. Denn es ist ein lange angekündigter Abschied, und ein herbeigesehnter. Am Montag tritt Jörn-Torsten Verleger, zum Schluss in Dresden Abteilungsleiter im Sportamt, einen neuen Job an - als Geschäftsführer eines Freizeitparks im schicken Grünwald bei München.

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Jörn-Torsten Verleger? War da nicht mal diese unselige Affäre um eine verkaufte VIP-Ehrenkarte bei der Frauen-Fußball-WM in Dresden?

Ja. Und sie wäre wohl längst dem Vergessen anheim gefallen, wenn nicht... ja wenn nicht seit über einem Jahr Stadträtin Barbara Lässig sich der Verfehlungen des Herrn Verleger mit, wenn auch letzten Endes wenig Erfolg, so doch steigender Intensität angenommen hätte. Denn mit der VIP-Karte fing ja alles nur an. Lässigs Anfrageschlachten mit der Verwaltung sind bekannt - und das nicht zuletzt, weil Verwaltung und die zuständigen Verwaltungschefs bockten und blockten.

Das legte natürlich die Vermutung nahe - und Frau Lässig hat dafür in geradezu verbissen-akribischer Manie und Manier immer neue Argumente, Aussagen und Anhaltspunkte gesammelt -, dass die Historie Verleger durchaus die ein oder andere "Verlegernheit" für ihn selbst und seinen vorgesetzten Bürgermeister Winfried Lehmann bereithielt. Der aber wollte seinen einstigen Hoffnungsträger nicht über die Klinge springen lassen und setzte auf den Zeitfaktor. So konnte die Geschichte munter weiterköcheln. Ein verheerender Bericht aus dem Rechnungsprüfungsamt über Verlegers Amtsgeschäfte tat ein Übriges.

Dessen letzte Dresden-Woche konnte Frau Lässig nun einfach nicht verstreichen lassen, ohne noch einmal nachzulegen - mit einer Strafanzeige gegen Bürgermeister Lehmann, eingereicht bei der Staatsanwaltschaft. Sie wird auch zur Einleitung eines Strafverfahrens führen. Ob das weitere Konsequenzen nach sich zieht, wird geprüft. Ebenso kann es ein, dass das Verfahren eingestellt wird. Aber ein letzter Haken ist eingeschlagen.

Ein erster war schon vorher da. Eine Klage gegen OB Helma Orosz vor dem Verwaltungsgericht, weil Lässigs Fragen einfach nicht beantwortet wurden. Aber Verwaltungsgerichte sind überlastet und arbeiten langsam - und gerade das Dresdner ist dafür in Juristenkreisen berühmt-berüchtigt.

Gut möglich also, dass die ganze Sache im Sande verläuft. Wie groß mag das öffentliche Interesse noch sein? Es ist eine Vergangenheitsbewältigung, bei der die Stadtspitze geringstes Entgegenkommen zeigt und die sie bislang erfolgreich zwischen den Mühlsteinen der Verwaltung zerdehnt hat. Barbara Lässig dürfte sich ohnehin vorgekommen sein wie in einem Kampf gegen Windmühlenflügel.

Ein schönes Wochenende

Ihr Bernd Hempelmann

b.hempelmann@dnn.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.09.2012

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