Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Kulturpalast: Nur Sanierung plus bessere Akustik

Kulturpalast: Nur Sanierung plus bessere Akustik

Plötzlich ist alles wieder offen in Sachen Dresdner Kulturpalast. Der Stadtrat regt sich. Im Vorfeld seiner morgigen Sitzung herrschte gestern im dritten Stock des Dresdner Rathauses emsiges Treiben.

Von Ralf Redemund

Regulär steht der Mehrzweckbau nicht auf der Tagesordnung. Das soll sich jetzt auf Drängen der BündnisGrünen ändern. Die Fraktion fordert einen Plan B. Die DNN analysieren die vertrackte Lage.

m Was wollen die Grünen?

CDU, FDP und Bürgerfraktion haben mit den Grünen den Umbau beschlossen. Das hat den Grünen zum Beispiel im Verein "Dresdens Erben" keine Freunde eingebracht. Doch nun hat sich die Finanzsituation gravierend geändert. Die Europäische Union verweigert die Förderung in Höhe von 35 Millionen Euro. Jetzt wollen die Grünen auch das bislang Undenkbare: eine Sanierung im Bestand, aber mit einer Top-Akustik für die Philharmonie.

m Wie sieht der Plan B aus?

Die Grünen wollen einen unabhängigen Gutachter beauftragen, trauen den Zahlen des städtischen Hochbauamtes nicht. Der Gutachter soll untersuchen, was mit rund 40 Millionen Euro möglich ist. Könnte es vielleicht doch noch Weinberg-Terrassen geben? Müssen wir auf den Umzug der Hauptbibliothek und der Herkuleskeule in den Kulturpalast verzichten? Fakt ist: Der sozialistische Bau muss saniert werden. Laut Hochbauamt kostet das auch 70 Millionen Euro. Doch das glauben die Grünen nicht.

m Wann soll Plan B in Kraft treten?

Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) soll zunächst die Möglichkeit erhalten, bis Ende des Monats doch noch externe Fördergeldquellen beim Freistaat anzuzapfen. Schließlich sind nicht nur die Stadt, sondern vor allem auch der Freistaat mit der Bewerbung um die EU-Fördergelder im Vorfeld grandios gescheitert. Der Freistaat hatte aber immer seine Unterstützung für den Kulturpalast zugesagt. Ob die Staatsregierung nun trotz des vermuteten Widerstands der Umlandgemeinden aus dem Sachsensäckel Geld für Dresdens Hochkultur locker machen kann, bleibt eine der spannenden Fragen der nächsten Wochen. Möglicherweise lassen sich nicht abgerufene Fördergelder anderer Töpfe umwidmen für Dresden.

m Welche Folgen könnte der Plan B für den Kulturpalast haben?

Fließen keine Freistaatsgelder, muss sich die Stadt wohl von den Weinberg-Terrassen nach den Plänen des Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner verabschieden. Der Blick von den Rängen aufs Orchester wäre damit unverstellt gewesen, die Akustik spitze geworden. Mit den neuen finanziellen Vorgaben von rund 40 Millionen Euro würde es wohl bei dem bisherigen "Kasten" bleiben, der laut Hochbauamt aber auch entkernt und komplett nach neuesten brandschutztechnischen Auflagen erneuert werden müsste.

m Wie viel Geld ist bereits geflossen?

Die bisherigen Planungen haben bereits einen Batzen Geld gekostet. Über sechs Millionen Euro hat Dresden bereits seit 2009 in das Umbau-Projekt investiert. Allein im vergangenen Jahr flossen laut Finanzkonzept 4,2 Millionen Euro. Darin enthalten sind der Gestaltungswettbewerb, die Beauftragung des Architekten und eben der Antrag auf EU-Fördermittel. Letzterer hat allein rund 100 000 Euro gekostet.

m Welche Folgen hat das für den Prozess der Stadt mit Kulturpalast-Architekt Wolfgang Hänsch?

Hänsch ist nach eigenen Aussagen ja nicht prinzipiell gegen die Sanierung des Kulturpalastes. Ihm geht es darum, dass im Bestand saniert und der ursprüngliche, multifunktional angelegte Saal erhalten bleibt. Das würde der Stadt Geld sparen, glaubt Hänsch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.02.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadtpolitik
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.