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Kulturpalast-Desaster: Im Stadtrat beginnt die Suche nach dem Schuldigen

Kulturpalast-Desaster: Im Stadtrat beginnt die Suche nach dem Schuldigen

Der Kulturpalast wird viel später fertig als geplant, die Philharmonie muss viel länger als erwartet mit Interimsspielstätten vorlieb nehmen. Einen Tag, nachdem die Stadt die Hiobsbotschaft verkündet hat, hat die Suche nach dem Schuldigen an dem Desaster begonnen.

Für die FDP ist klar: "Dresden ist dabei, sich gnadenlos zu verzocken", erklärte Fraktionschef Holger Zastrow und legte nach: "Die Politik der Stadtverwaltung, aber auch einer Mehrheit des Stadtrates, alle Prestigeobjekte gleichzeitig und in der maximalen Ausbauvariante zu wollen, führt direkt in eine finanzpolitische und organisatorische Katastrophe."

Laut Zastrow steht bereits der "wettbewerbliche Dialog" für das andere Großprojekt Kulturkraftwerk vor dem Scheitern. "Um alles irgendwie zu schaffen, wurden immer waghalsigere Finanzierungsmodelle und Vergabeverfahren entwickelt, nun bekommt die Stadt dafür die Quittung. Kein einziges Projekt wird wie angekündigt durchgeführt", mutmaßte Zastrow.

Die Grünen sehen die Schuld bei der Verwaltung, die frühzeitig habe erkennen können, dass für den Umbau des Kulturpalastes keine Fördermittel fließen würden. "Viel zu lange wurde aber trotzig weiter so getan, als fließe das Geld", so Fraktionssprecherin Christiane Filius-Jehne. Sie sei sehr bedenklich gestimmt, auch angesichts der Ankündigung der Stadt, den Kostenrahmen von 81,5 Millionen Euro durch "Optimierungen" halten zu können. Qualitätsverluste etwa im akustischen Bereich seien stark zu befürchten, wenn am Material gespart werde.

Die Linken erklärten, sie hätten schon immer darauf hingewiesen, dass die bislang avisierte Fertigstellung bis Mitte 2015 völlig unrealistisch sei. "Was nun mit der Ankündigung einer Inbetriebnahme im Laufe des Jahres 2017 stattfindet, ist die Rückkehr zu einer realistischen Terminplanung", erklärte Stadtrat Tilo Wirtz. Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) habe unhaltbare Zusagen gegeben.

Die CDU-Fraktion will sich auf eine Fehlerdebatte nicht einlassen, sondern den Umbau des Kulturpalastes konstruktiv begleiten, wie Fraktionssprecher Stefan Zinkler erklärte. "Unsere nächste Aufgabe ist es, für die Hauptnutzer Philharmonie, Herkuleskeule und Städtische Bibliotheken für die Jahre 2016 und 2017 verlängerte Zwischenlösungen zu finden", so Zinkler.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.04.2013

Thomas Baumann-Hartwig

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