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„Kulti"-Umbau beschlossene Sache - Lunau will Baustart vorziehen

„Kulti"-Umbau beschlossene Sache - Lunau will Baustart vorziehen

Die Einen sprachen von einem „Denkmalschutz-Bruch", die Anderen von einer „tollen Chance" und „notwendigen Operation" - doch letztlich überwogen die Umbau-Befürworter: Nach einer kontroversen Debatte hat der Stadtrat am Donnerstag Abend beschlossen, den Kulturpalast ab 2013 bis Mitte 2015 zu sanieren und innerlich umzugestalten.

Geplant ist, den Multifunktionssaal durch einen Klassikmusik-Saal mit Spitzenakustik zu ersetzen. Außerdem soll der Palast so umgestaltet werden, dass dort das Kabarett „Herkuleskeule" und die neue Zentralbibliothek einziehen können. Eine Mehrheit aus CDU, FDP, Bürgerfraktion und Grünen stimmte für das Projekt. Linke und SPD votierten dagegen, weil sie die baulichen und finanziellen Risiken als zu hoch einschätzen, vor allem aber, weil nach dem Umbau viele volksnahe Unterhaltungsveranstaltungen in der Messe ausweichen müssen. Umstritten waren vor allem die Kosten: 2008 war noch von 65 Millionen Euro die Rede. Inzwischen schätzt das Rathaus die reinen Baukosten auf 70,5 Millionen Euro, plus elf Millionen Euro Risikoreserve. Aber: Hinzu kommen noch weitere 7,4 Millionen Euro für die Neuausstattung und da sind die 2,5 Millionen Euro für eine neue Orgel noch nicht mal eingerechnet. Von all diesen Ausgaben will die Stadt 35 Millionen Euro aus dem EU-Programm „EFRE" decken. Doch dass dieses Geld tatsächlich fließt, bezweifelte nicht nur Links-Rätin Kris Kaufmann. Nicht zuletzt müsse man das gesamte Projekt pünktlich bis zum 30. Juni 2015 bei der EU abrechnen, sonst fließe keine Euro, so ihr Fraktionskollege Tilo Wirz. Dies sei ein sehr ehrgeiziger Zeitplan, kritisierte der Bauingenieur. Es gebe eine persönliche Absprache zwischen OB Helma Orosz und Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU), dass das EU-Geld komme, versicherte Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos). Und Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) zitierte aus einem neuen ministeriellen Schreiben an die Stadt. Tenor: Der Freistaat stehe zur Millionen-Förderung, die EFRE-Anträge seien bereits eingereicht. Allerdings ist sich auch die Rathausspitze der vielen Risiken bewusst: Es gibt keine Förderzusage von der EU selbst und der Bauzeitplan ist so auf Kante gestrickt, dass es mit der Abrechnung beim Geldgeber knapp werden könnte. Man prüfe daher nun, ob der Umbau bereits vor dem Januar 2013 beginnen könne, teilte Lunau mit. In der Debatte ging es teils hoch her: SPD-Fraktionschef und Umbaugegner Peter Lames bezichtigte Vorjohann mehrfach und lautstark der Lüge. Und Links-Fraktionschef André Schollbach warnte kaum leiser, aber dafür umso ausholender gestikulierend den Rat: „Am Ende wird die Stadt in den Kulturpalast 100 Millionen Euro investieren müssen und zwar allein." Der amtierende OB Dirk Hilbert (FDP) fand Schollbachs Auftritt eher lustig und versprach dem Linkspolitiker eine exklusive Auftrittsmöglichkeit in der Herkuleskeule - nach dem Umbau im Kulturpalast natürlich.

Heiko Weckbrodt

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