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Kontroverse Debatte um Flüchtlingsheim in Dobritz - Ortsamtsleiterin plädiert für Willkommenskultur

Kontroverse Debatte um Flüchtlingsheim in Dobritz - Ortsamtsleiterin plädiert für Willkommenskultur

Der Ortsbeirat Blasewitz hat am Mittwochabend mehrheitlich dem Plan von Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) zugestimmt, bis Ende 2016 an der Ecke von Pirnaischer Landstraße und Neudobritzer Weg ein Holzcontainer-Heim für bis zu 60 Flüchtlinge zu bauen.

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Quelle: dpa

Allerdings baten die Beiräte Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) zu prüfen, ob alternativ das verfallene Schokopack-Hochhaus am Moränenende als Asylheim hergerichtet werden kann.

Der Abstimmung vorausgegangen war eine fast dreistündige, recht heftige Debatte, in die wiederholt auch Anwohner und andere Kritiker aus dem Publikum lautstark einzugreifen versuchten. Angesichts der teils tumultartigen und stark frequentierten Debatten zum selben Thema in anderen Ortsbeiräten hatte Ortsamts-Leiterin Sylvia Günther „ihre“ Beirats-Sitzung wohlweislich vom Blasewitzer Rathaus in die große Aula des Nexö-Gymnasiums verlegt. Und dies erwies sich als schlau: Tatsächlich kamen zwar nur etwa 30 Gäste und nicht einige Hundert, aber gerade in der Aula kam gar nicht erst die aufgeheizte Stimmung geballter Menschenmassen auf.

Die Beiräte selbst diskutiertem die Asylheim-Pläne kontrovers: Sie forderten eine engmaschigere Betreuung der Flüchtlinge, die mehrheitlich junge Männer sein werden und keine Flüchtlings-Familien, die die Stadtverwaltung vorzugsweise in dezentralen Wohnungen unterbringt. Zudem wünschen sie sich von der Verwaltung mehr Transparenz über das weitere Vorgehen - mit Blick auf die Anwohner und vor allem die nahe Förderschule, in der viele verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche lernen. Von dieser Schule waren auch einige Lehrer und Elternvertreter im Publikum und warnten: Schon jetzt sei das Miteinander dort konfliktreich, Schul-Sozialarbeiter seien wegrationalisiert worden, erzählten die Pädagogen und sprachen von einer Angst, die für viele Beiräte nachvollziehbar war: Wie junge Männer aus Syrien, Eritrea oder Somalia, die dann in einem Containerheim auf engstem Raum beschäftigungslos zusammengedrängt leben, wohl auf solch „schwierige“ Schüler im Umfeld reagieren werden.

Auf nicht ganz soviel Sympathien für ihre Befürchtungen durften andere lautstarke Redeschwinger aus dem Publikum rechnen, die um den Wertverlust ihrer Eigenheime durch das Asylheim bangen, oder „Streit-Touristen“, die aus ganz anderen Stadtvierteln in die Ortsbeirats-Sitzung kamen, um ihre politischen Ansichten darzulegen.

Letztlich fand das Verwaltungskonzept, mit dem die Stadt auf die wachsenden Flüchtlingsströme zu reagieren versucht, dann doch eine breite Mehrheit - gegen die Stimmen zweier AfD-Vertreter. „Es wäre schrecklich, wenn wir hier in Dresden Zeltlagerstädte für diese Menschen errichten müssten“, fasste Werner Schnuppe von der Volkssolidarität den gemeinsamen Nenner - jenseits aller Differenzen - im Gremium wohl am besten zusammen. Ortsamtsleiterin Günther appellierte an die Bürger, „eine Willkommenskultur zu entwickeln“, statt den Flüchtlingen mit Vorurteilen und Feindseligkeit zu begegnen. Das letzte Wort über das Gesamtkonzept hat nun der Stadtrat, der in zwei Wochen darüber zu befinden hat.

hw

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