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Klare Positionierung gegen Woba: Dresdner OB-Kandidat Dirk Hilbert zum Thema Wohnen

Klare Positionierung gegen Woba: Dresdner OB-Kandidat Dirk Hilbert zum Thema Wohnen

Der CDU-Oberbürgermeisterkandidat Markus Ulbig hat sich mit dem Konzept einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft, die DreWo heißen soll, aus der Deckung gewagt.

Linke, SPD und Grüne feilen noch an ihrem Woba-Vorschlag. Die DNN wollte von Oberbürgermeisterkandidat Dirk Hilbert wissen, mit welchen wohnungspolitischen Vorstellungen er im Wahlkampf punkten will.

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Die Linken wollen sie, die CDU will sie – eine neue Woba. Wollen Sie sie auch?

Nein, weder inhaltlich noch ordnungspolitisch noch, wenn man eine solide Lösung sucht.

Was spricht gegen die Gründung einer Woba?

Das Eigenkapital der vorgeschlagenen DreWo-Lösung ist zu gering. Aufwand und Nutzen passen nicht. Daneben: In der Regel ist es so, dass die öffentliche Hand meist deutlich teurer baut. Schulden würden doch aber städtische Gesellschaften aufnehmen und nicht die Stadt. Das wäre eine Verschuldung durch die Hintertür und außerdem würde die Gesellschaft Bürgschaften benötigen. Das ist ein Risiko für den städtischen Haushalt. Die Befürworter eine Woba sollten sich vorab einmal das Bürgschaftsvolumen aus dem Enso-Kauf ansehen.

Wie kann die Stadt ihrer wohnungspolitischen Verantwortung gerecht werden?

Das geht vielfältig. Erstens: Flächen anbieten, aber es muss in einer bestimmten Zeit gebaut werden. Zweitens: Dann die Genehmigungsprozesse beschleunigen mittels Lotsenprinzip wie beim Wirtschaftsservice. Und drittens: Förderung zur Eigentumsbildung bei Familien.

Der Wissenschaftler Professor Stefan Kofner spricht von 2500 Wohnungen pro Jahr, die gebaut werden müssen, Stadtplanungsamtschef Steffen Szuggat von 7800 bis zum Jahr 2025. Wer hat Recht?

Ich denke, beide haben nicht ganz unrecht und die Wahrheit liegt dazwischen. Wir benötigen jetzt in der Wachstumsphase der Stadt schnell mehr Wohnungen. Wenn wir in den letzten fünf Jahren durchschnittlich 5000 neue Einwohner pro Jahr begrüßt haben, sind das 2500 bis 3000 neue Haushalte im Jahr, die alle eine Wohnung benötigen. 2013 haben wir ca. 1800 Wohnungen genehmigt und 2014 etwa 2400 Wohnungen. Flaut das Wachstum wieder ab, brauchen wir auch weniger. Dafür gibt es ja die Bevölkerungsprognose. Ich denke, die 7800 bis 2025 sind die Untergrenze und ohne Reserve. Die 2500 sind eher die Obergrenze, wenn man den Prognosen glauben möchte. Es besteht ein Zusammenhang zwischen Haushalten, die jedes Jahr neu und zusätzlich nach Dresden kommen, und dem Bedarf an neuen Wohnungen.

Wie kann die Gagfah ins Wohnkonzept einbezogen werden?

Beispielsweise durch Belegungsrechte, Verdichtung auf bestehenden, eigenen Flächen, durch Neubau auf den alten Flächen – nach Ablauf der Fördermittelbindungsfrist – wie in Prohlis bei den ehemaligen Sternenhäusern oder in Seidnitz.

Wie stellen Sie sich eine Förderung privater Investitionen vor?

Zunächst: Es gibt aktuell sehr günstige Zinskonditionen, die sich Käufer von Wohnungen bzw. auch Eigenheimbauer langfristig sichern sollten, mit einer möglichst hohen Tilgung. Sie haben heute fünf bis sechs Prozent Zins und Tilgung – das haben sie vor zehn Jahren noch nur für die Zinsen gezahlt. Daneben gibt es umfangreiche Förderinstrumente von Bund und Land. Ich kann mir aber vorstellen, dies anreizkompatibel mit zusätzlichen städtischen Instrumenten zur privaten Eigentumsbildung zu untersetzen.

Sie sehen den Schwerpunkt beim Wohneigentum?

Für mich geht es in erster Linie darum, die Eigentumsquote zu erhöhen. Das ist die beste Vorsorge gegen Altersarmut. In Deutschland liegt die Quote bei 46 Prozent, in Dresden bei ca. 15 Prozent, da ist noch größerer Nachholebedarf.

Was halten Sie von einem Runden Tisch für Wohnen?

Viel. Diesen werde ich zeitnah einberufen. Es gibt viele Ideen, Konzepte, Wünsche, Hoffnungen. Ich werde das Gespräch mit den Wohnungsgenossenschaften und den Bauträgern suchen.

Welche Chance sehen Sie in der Entwicklung auf dem Immobilienmarkt?

Das Wichtigste ist: Die Kräne drehen sich, und zwar ganz schön! Alle Genossenschaften und die großen Bauträger sind zu Recht stolz darauf, dass viele einheimische Handwerksbetriebe beschäftigt werden – zwischen 75 und 90 Prozent. Das bedeutet wieder Steuern und Arbeitsplätze für Dresden.

tbh

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