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Kita-Streiks in Dresden beginnen am Freitag: Urabstimmung bei Verdi erfolgreich

Kita-Streiks in Dresden beginnen am Freitag: Urabstimmung bei Verdi erfolgreich

In mehr als 100 Kindertagesstätten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird ab Freitag gestreikt. Das teilte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch mit.

Im Tarifkonflikt um eine höhere Eingruppierung der Kita-Beschäftigten hatten sich zuvor mehr als 93 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder in einer Urabstimmung für einen unbefristeten Arbeitskampf ausgesprochen. Den Anfang sollten Kitas in Leipzig, Dresden, Chemnitz, Freital, Halle, Erfurt und Gotha machen, sagte Verdi-Sprecher Jörg Förster. Die betroffenen Eltern würden bereits seit dem Morgen informiert. In der kommenden Woche würden die Streiks ausgeweitet, kündigte er an.

Die Streiks am Freitag seien nur der Auftakt des unbefristeten Arbeitskampfes, sagte Förster in Leipzig. Ab Montag würden die Arbeitsniederlegungen ausgeweitet. Einzelheiten dazu sollen am Freitag mitgeteilt werden. „Es ist natürlich auch in unserem Interesse, dass die betroffenen Eltern frühzeitig informiert werden“, sagte er.

Dresden schaltet Service-Telefone für Eltern

„Wir gehen davon aus, dass ähnlich viele Einrichtungen wie beim letzten Warnstreik betroffen sein werden“, sagte Dresdens Stadtsprecher Kai Schulz. Die Stadt will bei den Streiks wieder im Internet und an Sondertelefonen über betroffene Einrichtungen informieren. „Das hat sich bei den letzten Warnstreiks bewährt“, erklärte Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) Anfang der Woche gegenüber DNN. Genaue Informationen über betroffene Einrichtungen gab es zunächst nicht. In Dresden werden etwa 160 Kitas vom städtischen Eigenbetrieb Kita mit insgesamt 2890 Mitarbeitern verwaltet. Der Streikaufruf gilt nicht für Kindereinrichtungen in freier Trägerschaft, Tarifsteigerungen im kommunalen Bereich werden jedoch auch Auswirkungen bei den „privaten“ Kitas haben.

Folgende Servicenummern will die Stadt schalten: 0351/4 88 51 01, 4 88 51 17 und 488 50 41. Internet: www.dresden.de

Betroffen werden sowohl Kindertagesstätten, als auch Horte des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen sein, so die Stadtverwaltung. Welche Kindertageseinrichtungen von den Arbeitskampfmaßnahmen ganz konkret betroffen sein werden, ist aktuell noch nicht absehbar. Je nachdem, wie viele Mitarbeiter sich am Ausstand beteiligen, kann jeweils erst am Streiktag abschließend entschieden werden, ob eine Einrichtung geschlossen bleiben muss. Gegebenenfalls könnten auch Einschränkungen bei den Öffnungszeiten oder der Zahl zu betreuender Kinder ausreichend sein. Der Kita-Eigenbetrieb empfiehlt Eltern dennoch vorsorglich, alternative Betreuungsmöglichkeiten zu organisieren.

Die Stadt wird so früh als möglich die Eltern über die voraussichtlichen Einschränkungen an ihren Kitas informieren. Sie richtet dazu auf der städtischen Internetpräsenz unter www.dresden.de/kitas-streik ein Informationsportal ein. Die Seite wird ab Mittwoch 16 Uhr online gehen. Der Informationsstand wird regelmäßig aktualisiert.

Verbindliche Aussagen über die Öffnung der einzelnen Einrichtungen können allerdings erst am jeweiligen Streiktag ab 6:30 Uhr gegeben werden. Zusätzlich wird der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen an den Streiktagen eine telefonische Service-Hotline einrichten.

Unter den Telefonnummern (03 51) 4 88 51 01, (03 51) 488 51 17 und (03 51) 4 88 50 41 erhalten Eltern ab 6 Uhr Auskunft, ob ihre Kita vom Streik betroffen sein wird. Die Hotline steht auch für Eltern mit dringendem Betreuungsbedarf zur Verfügung, deren Kita streikbedingt geschlossen bleiben muss. Die Servicemitarbeiter des Eigenbetriebes werden versuchen, einen Gastplatz in einer nicht bestreikten Einrichtung zu vermitteln. Diesen Service haben im Zuge der Warnstreiks vom 2. und 16. April 2015 jeweils bis zu 80 Eltern genutzt. In allen Fällen konnte eine Ausweichbetreuung vermittelt werden.

Wie beim letzten Warnstreik am 16. April 2015 können auch an den nächsten drei Streiktagen keine Notdiensteinrichtungen im Voraus benannt werden. Die Gewerkschaften waren heute trotz intensiver Verhandlungen am Tisch des für die Dresdner Kitas verantwortlichen Sozialbürgermeisters Martin Seidel nicht bereit, sich auf eine entsprechende Notdienstvereinbarung mit der Stadt zu verständigen.

Bürgermeister bedauert die Entscheidung der Gewerkschaften: „Es ist sehr bedauerlich, dass wieder keine garantierte Notlösung gefunden werden konnte und Eltern in schwierige Situationen kommen werden. Ich bin jedoch überzeugt, dass der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen mit seinem Informationsangebot im Internet und den Vermittlungsangeboten über die Hotline alles unternehmen wird, um für Härtefälle individuelle Lösungen zu finden.“

In Dresden werden etwa 160 Kitas vom städtischen Eigenbetrieb Kita mit insgesamt 2890 Mitarbeitern verwaltet. Der Streikaufruf gilt nicht für Kindereinrichtungen in freier Trägerschaft, Tarifsteigerungen im kommunalen Bereich werden jedoch auch Auswirkungen bei den „privaten“ Kitas haben.

Die Gewerkschaften fordern eine höhere Eingruppierung der Beschäftigten. Das würde eine durchschnittliche Einkommensverbesserung von zehn Prozent bedeuten. Die Kommunalen Arbeitgeberverbände halten das für nicht bezahlbar. Nach fünf Runden hatten die Gewerkschaften die Tarifverhandlungen für die bundesweit 240 000 Erzieher und Sozialarbeiter in kommunalen Einrichtungen in der vergangenen Woche für gescheitert erklärt.

Ingolf Pleil (mit dpa)/ jv

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