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Kein Geld, kein Personal, kein Platz: Dresdner Kulturamt legt Museumskonzept vor

Kein Geld, kein Personal, kein Platz: Dresdner Kulturamt legt Museumskonzept vor

Seit 2009 angemahnt, liegt es nun vor: das Museumskonzept der Landeshauptstadt Dresden. Heute Abend soll im Kulturausschuss des Stadtrates darüber diskutiert werden.

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Flaggschiff: Das Verkehrsmuseum wird von der Stadt als GmbH betrieben und befindet sich seit 2010 auf Erfolgskurs. Mehr als die Hälfte der Besucher sind Dresdner.

Quelle: Archiv

Diskussionsstoff enthält das Konzept zur Genüge. Es liest sich wie eine lange Mängelliste: Zu wenig Geld, zu wenig Platz, zu wenig Personal. "Museen in Not" könnte das Motto des Konzepts lauten.

Zum Thema "Personalstruktur und Personalbedarf" heißt es in dem Dokument wörtlich: "Das erfolgreiche Leistungsspektrum wird momentan durch erhebliche Überstunden sowie durch eine spürbare Überbelastung der verantwortlichen Mitarbeiter gewährleistet. Mittelfristig ist dieser Zustand nicht zu verantworten." Es würden nicht nur Wissenschaftler für die Betreuung und Dokumentation der Sammlungen fehlen, sondern auch Museumspädagogen oder Restauratoren für Gemälde und Papier.

Personalbedarf gebe es auch in der Städtischen Galerie. Zum Thema Kunstmuseum heißt es trocken: "Zur Gründung wurde trotz anders lautender Gutachten nur ein Minimum an Personal zur Verfügung gestellt." In der Verwaltung werde dringend ein Jurist benötigt, der sich mit komplexen Themen wie Bildrechte, Urheber- und Markenrecht sowie Verlagsverträgen auskennt. Auch die Führungsebene der Museen sei ungenügend ausgestattet.

Nicht minder schlecht bestellt ist es laut dem Konzept um die finanziellen Ressourcen der Museen. Zwar konnte der Verbund die Einnahmen seit 2008 stetig steigern, die Ausgaben würden aber seit 2006 relativ konstant bleiben, die Investitionen gar sinken. Es klaffe eine enorme Lücke zwischen dem erweiterten Leistungsspektrum der Museen und den gedeckelten Ausgaben. "Dieser Mehrbedarf kann nicht über Spenden und Sponsoren erwirtschaftet werden", heißt es, und: "Hier ist eine eindeutige politische Entscheidung notwendig."

Ungenügend sind auch die Depots der Sammlungen. So verfügt das Außendepot in der Marienallee nicht über Lastenaufzüge, dafür seien die Keller feucht und von Schimmel befallen. Der Flügel G auf der Junghansstraße sei in einem baulich schlechten Zustand, eine Alarm- und Brandüberwachung gebe es nicht. Das Konzept empfiehlt den Ausbau des Depotgebäudes in der Spenerstraße zum Zentraldepot für die Museen der Stadt Dresden. "Dies muss eine der wesentlichen investiven Aufgaben der nächsten zwei Jahre sein", heißt es. Woher aber soll das Geld kommen?

Bisher hat es noch nicht einmal dazu gereicht, mit einem Aufwand von 200 000 Euro ein Café im Landhaus zu installieren. "Damit büßt gerade das Haupthaus der städtischen Museen wesentlich an Attraktivität für die Besucherinnen und Besucher ein." Es entziehe dem Museum auch die Möglichkeit, sich durch die Vermietung von Räumen für Tagungen und Empfänge ein Zubrot zu verdienen.

Als entschieden zu klein wird die Ausstellungsfläche des Kunstmuseums im Landhaus kritisiert. Der Besucherzuspruch für die kleine ständige Ausstellung zur Entwicklung der Kunst in Dresden sei groß, aber nur 400 Quadratmeter stünden zur Verfügung. "Eine ständige Ausstellung, die den Rang und die Vielfalt der Dresdner Künstler und Künste darzustellen vermag, benötigt eine Grundfläche von 3000 Quadratmetern", heißt es in dem Konzept. Auch die Fläche für Sonderausstellungen sei mit 450 Quadratmetern viel zu knapp bemessen. Ein Erweiterungsbau am Landhaus sei sinnvoll und notwendig, heißt es in dem Konzept, das den Wiederaufbau des ehemaligen Ostflügels am Landhaus anspricht.

Immerhin gibt es auch einen Lichtblick: Das von der Stadt als GmbH geführte Verkehrsmuseum konnte seine Besucherzahlen seit 2010 fast verdoppeln. Es setzt konsequent auf die Zielgruppe Familien und hat Erfolg damit.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.11.2013

Baumann-Hartwig, Thomas

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