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Kein Flüchtlingsheim in Dresden-Laubegast - Eigentümer zieht Mietangebot für Hotel „Prinz Eugen“ zurück

Kein Flüchtlingsheim in Dresden-Laubegast - Eigentümer zieht Mietangebot für Hotel „Prinz Eugen“ zurück

Das Hotel „Prinz Eugen“ in Dresden-Laubegast wird kein Flüchtlingsheim. Wie die Dresdner Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte, zog der Besitzer sein Mietangebot überraschend zurück.

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Dieses Hotel in Dresden-Laubegast war zunächst als Asylbewerberheim geplant.

Quelle: dpa

Zur Begründung habe der Verwalter der Immobilie auf den massiven Widerstand gegen das Projekt aus „der Bevölkerung und dem näheren Umfeld“ verwiesen. Neben asylkritischen Schmierereien am Hotel kam es auch zu Gewaltdrohungen in sozialen Netzwerken.

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Durch den erhöhten Bedarf an Plätzen muss Dresden auch mehr Geld ausgeben.

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„Der Rückzug stellt uns vor eine schwierige Situation. Die 94 Unterbringungsplätze waren fest eingeplant. Kurzfristig realisierbare Alternativen gibt es nicht, auch wenn das von einzelnen Stadtratsfraktionen immer behauptet wurde“, sagte Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos). „Wir werden natürlich nochmals den Kontakt zum Eigentümer suchen. Schließlich haben beide Vertragspartner bereits viel Zeit und Geld in das Projekt investiert. Viel Hoffnung habe ich aber nicht.“

Jens Hoffsommer, migrationspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Stadtrat, kritisierte die Entscheidung des Besitzers. „Es ist kein gutes Signal, dass verantwortungsvolle Bürger auf Grund von Druck und Angst ihre Unterstützung zurückziehen“, sagte er. „Gerade vor dem Hintergrund der Pegida-Bewegung muss die Stadtgesellschaft positive Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz setzen. Die Eröffnung von Übergangswohnheimen gehört unbedingt dazu. Ich gehe davon aus, dass gegen fremdenfeindliche Sachbeschädigungen und Drohungen polizeilich konsequent vorgegangen wird.“

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Blick auf Laubegast

Quelle: Jürgen M. Schulter

"Offenbar haben das Streuen von unberechtigten Ängsten, die Gewaltdrohungen in sozialen Netzwerken und viele Fehlinformationen nun zu diesem Ergebnis geführt. Wir bedauern die Entscheidung des Eigentümers, doch verantwortlich für diese Entwicklung sind andere“, teilten die Dresdner Jusos mit.

„Wer massiv gegen eine Flüchtlingsunterkunft in seiner Nachbarschaft wettert, muss erklären, wo Asylsuchende denn sonst menschenwürdig untergebracht werden sollen. Die Nutzung von Schulturnhallen kann sicherlich keine Lösung sein. Auch FDP und CDU, die im Stadtrat gegen die Asyl-Vorlage der Verwaltung votiert und den Verhinderern damit eine Stimme gegeben haben, sind nun in der Pflicht“, so der Dresdner Juoso-Vorsitzende Stefan Engel. „Sie müssen endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und in der Kürze der Zeit realisierbare Alternativen aufzeigen. Wer meint, mit der Verhinderung von Heimstandorten zur Problemlösung beizutragen, der betreibt vor dem Hintergrund der gewachsenen Zahl Geflüchteter Realitätsverweigerung und Augenwischerei!"

Das Gebäude an der Gustav-Hartmann-Straße sollte ab Februar 94 Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf bieten. Seidel kündigte an, dass die Stadt nun versuchen werde, als Ersatz schneller mehr dezentrale Wohnungen anzumieten.

sl

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