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Jahrestag 17. Juni: Bis zu 1000 Dresdner protestieren gegen 100 Rechtsextreme

Jahrestag 17. Juni: Bis zu 1000 Dresdner protestieren gegen 100 Rechtsextreme

Bis zu 1000 Dresdner haben am Montag friedlich gegen einen Nazi-Aufzug in der Stadt protestiert. Die Rechtsextremen hatten auf einen Aufruf der NPD hin versucht, das Gedenken an den Volksaufstand in der DDR 1953 zu instrumentalisieren.

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Bei der Nazikundgebung in Dresden versammelten sich rund 100 Rechtsextreme. Ihnen standen rund 1000 Gegendemonstranten gegenüber.

Quelle: Stephan Lohse

Die Kundgebung und die Demo der rund 100 Teilnehmer der Nazi-Veranstaltung wurden von lautstarken Protesten begleitet.

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Bis zu 1000 Dresdner haben friedlich gegen den Nazi-Aufmarsch demonstriert.

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Im Gegensatz zu den Vorjahren konnte die NPD in diesem Jahr nicht mehr das offizielle Gedenken für ihre Zwecke instrumentalisieren. Wie schon zuvor beim 13. Februar hatte die Stadtverwaltung das Programm verändert. Statt einer Kranzniederlegung am Panzerketten-Denkmal auf dem Postplatz gab es erstmals einen Festakt in der Dreikönigskirche.

Anschließend führte der Verantwortliche für Erinnerungskultur Johannes Schulz eine Gruppe, darunter Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos), auf einen historischen Stadtrundgang vom Goldenen Reiter über den Schlossplatz, Theaterplatz und Postplatz zum Sächsischen Landtag. Zwei Gruppen nahmen am ersten Stadtrundgang dieser Art teil. „Mit der Veranstaltung geht die Stadt einen neuen Weg in der Erinnerungskultur“, hatte Oberbürgermeistern Helma Orosz (CDU) angekündigt.

Die Gedenkveranstaltung am Postplatz hatte in den Vorjahren nicht die gewünschte Resonanz erzeugt. Auch der Stadtrundgang soll nicht das Ende der Entwicklung sein. Schulz ist auf der Suche nach Anregungen. „Warum spielt der 17. Juni 1953 nur noch eine untergeordnete Rolle in der Erinnerungskultur in Dresden?“, fragt er.

An der Panzerkette versammelten sich stattdessen rund 100 Rechte, nur etwa halb so viele wie im vergangenen Jahr. Mehrere Bündnisse aus verschieden antifaschistischen Gruppierungen demonstrierten lautstark dagegen. Die Polizei sprach von rund 600 Personen. Die größte Gegendemo begann am Fritz-Förster-Platz und wurde von dem Studentenrat der TU-Dresden organisiert. Silvio Lang, Sprecher des Bündnis Dresden-Nazifrei, zeigte sich zufrieden mit der großen Zahl an Gegendemonstranten. „Im Vergleich zum Vorjahr sind das mehr Menschen, die sich den Nazis entgegenstellen“, so Lang.

Als die Rechten gegen 18 Uhr ihre Kundgebung am Panzerkettendenkmal abhalten wollten, waren deren Redner kaum zu hören, da sie lautstark übertönt wurden. Im Anschluss, versuchten die Gegendemonstranten die Marschroute der Rechtsextremisten an verschiedenen Stellen zu blockieren. Vor allem am Freiberger Platz und am Dippoldiswalder Platz wurde es kurz unübersichtlich. Hier griff die Polizei sehr schnell, teils ruppig zu und erteilte mehrere Platzverweise. Festnahmen gab es nach Angaben der Beamten nicht.

„Die Einsatzkräfte ermöglichten fortlaufenden Proteste in Hör- und Sichtweite des Aufzuges. Das die Proteste so friedlich und störungsfrei verliefen, ist ein Ausdruck gelebter Demokratie und damit ein tolles Zeichen aus Dresden“, beurteilte der leitende Polizeidirektor Horst Kretzschmar den Tagesverlauf.

dbr/sl/fs/hh

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