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In den Faultürmen in Dresden-Kaditz startet die Biogasproduktion

In den Faultürmen in Dresden-Kaditz startet die Biogasproduktion

Sie sehen architektonisch reizvoll aus. Seit gestern ist die wichtigste Phase für ihr Innenleben angebrochen: Die beiden 35 Meter hohen Faultürme auf dem Gelände der Stadtentwässerung Dresden (SEDD) in Kaditz befinden sich im Probelauf.

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Hingucker mit Innenleben: Im rechten Faulturm entsteht bereits Biogas. Das linke "Ei" ist dagegen mit Wasser gefüllt - wegen der Dichtigkeitsprüfung.

Quelle: Carola Fritzsche

Besser gesagt: Im nördlichen Turm hat die Gasproduktion begonnen, während sein baugleicher Bruder noch mit Wasser statt mit Klärschlamm gefüllt ist - seine Dichtigkeit wird geprüft.

"Es ist schon spannend", sagt Kirsten Bollrich, Projektleiterin für den Ausbau der Schlammbehandlung bei der SEDD. "Wir müssen hohe Sicherheitsstandards und viele Vorschriften einhalten, es gibt strenge Abnahmen." Die die beiden Rieseneier bisher mit Bravour bestanden haben. Das "Nord-Ei" wurde vor wenigen Tagen nach erfolgreicher Dichtigkeitsprüfung mit 1600 Kubikmetern so genanntem Impfschlamm gefüllt. Die nicht gerade wohlriechende Flüssigkeit kam per Tanklastzügen aus der Kläranlage Leipzig-Rosental und hat die organischen Prozesse in Gang gesetzt, die zur Produktion von Biogas führen.

Gegenwärtig wird das entstandene Gas noch abgefackelt, weil seine Qualität noch nicht ausreicht, um Strom und Wärme zu erzeugen. "Aber am Donnerstag werden wir die Heizkessel auf unser Biogas umstellen. Und in der nächsten Woche beginnt die Inbetriebnahme des Blockheizkraftwerkes", kündigt die Projektleiterin an. Der Testlauf werde mehrere Wochen dauern, und ehe beide Türme richtig hochgefahren sind, würden noch einige Monate ins Land gehen. "Das ist ja keine Anlage, bei der man einfach so aufs Knöpfchen drückt und sie läuft. Sondern hier handelt es sich um komplizierte organische Prozesse, die erst einmal in Gang kommen müssen", erklärt Bollrich.

Ab März 2012 werden in beiden Faultürmen jeweils bis zu 10 500 Kubikmeter Klärschlämme so lange gequirlt, bis aus ihnen Biogas entweicht, mit dem das Blockheizkraftwerk betrieben werden soll. 13 000 Megawattstunden im Jahr soll die Leistung des Kraftwerkes betragen und die Hälfte des Energiebedarfs der Kaditzer Kläranlage decken. Rund 43 Millionen Euro hat die SEDD in die Faultürme investiert, angesichts steigender Energiepreise dürfte sich dieses Geld schnell rechnen.

Die bearbeiteten Schlämme werden übrigens zurück in die alte Kläranlage gepumpt und dort entfeuchtet. Es entsteht eine Art "feuchte Blumenerde", die in Kompostierungsanlagen weiterverarbeitet wird und unter anderem bei der Renaturierung von Tagebaulöchern im Leipziger Raum zum Einsatz kommt, wie Bollrich berichtet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.11.2011

Thomas Baumann-Hartwig

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