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Im Wahlkreis 6 funktioniert vieles richtig gut – von einer Insel der Glückseligen kann dennoch keine Rede sein

Im Wahlkreis 6 funktioniert vieles richtig gut – von einer Insel der Glückseligen kann dennoch keine Rede sein

„Willst du dein Leben genießen, nimm dein Bett und ziehe nach Striesen.“ So sagt es der Volksmund. Auch Blasewitz mit seinen prächtigen Villenvierteln braucht sich in puncto Flair nicht zu verstecken.

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Luftbild vom Schillerplatz mit Blauem Wunder. Der Schillerplatz hat sich zu einem Stadtteilzentrum gemausert, denn hier gibt es viele kleine Geschäfte. Was fehlt sind Bänke und kleine Ruheoasen.

Quelle: Jürgen M. Schulter

Seit der Wende haben sich die einstigen slawischen (Fischer)dörfer „Stresen“ und „Blasenwicz“ zu den Top-Adressen in Dresden entwickelt. Mit viel Grün, wenig unsanierten oder leerstehenden Gebäuden und einem attraktiven Umfeld dank der Nähe zum Großen Garten, zum Waldpark und zur Elbe. Ein Wahlkreis der Glückseligen ist dieser Wahlkreis Nr. 6 dennoch nicht, denn die Striesener und Blasewitzer ärgern sich auch über viele Dinge, die den neu gewählten Stadtrat ganz sicher das ein oder andere Mal beschäftigen werden.

Da wäre zum Beispiel der Schillerplatz, der sich seit Eröffnung der Schillergalerie zu einem richtigen Stadtteilzentrum gemausert hat, aber bislang noch nicht wirklich zum Verweilen einlädt. Es fehlt sowohl an Bänken als auch an kleinen Ruheoasen, zudem müssen sich Fußgänger auf nur sehr schmalen Fußwegen an den Blechlawinen vor dem Blauen Wunder vorbeiquetschen.

Fußwege sind übrigens ein generelles Problem in Striesen und Blasewitz. An vielen Stellen gleichen sie einer Kraterlandschaft, da die Stadt kein Geld investiert und die Wurzeln der Bäume von unten immer mehr drücken. Ein Sicherheitsrisiko! Nicht nur für Rollstuhlfahrer oder Familien mit Kinderwagen, sondern vor allem für Senioren, die nicht mehr ganz sicher auf den Beinen sind.

Deutschlands Geburtenhauptstadt fordert ihren Tribut in Form zusätzlichen Wohnraums. Insbesondere Striesen, das schon lange einer der bevölkerungsreichsten und dichtbesiedeltsten Stadtteile von Dresden ist, zieht immer mehr jüngere Menschen mit Kindern an. Große Neubauprojekte wie das der Firma „Pegasus“ zwischen der Hepke- und der Eibenstocker Straße reagieren genau auf diesen Trend. Dort entstehen derzeit auf einen Schlag fast 200 neue Wohnungen für 56 Millionen Euro. Die Attraktivität der beiden Stadtteile schlägt sich allerdings auch in Form stark steigender Mieten nieder. Laut dem Internetportal „Immobilienscout 24“ liegen zum Beispiel die Kaltmieten in Striesen-Ost mittlerweile bei durchschnittlichen 7,30 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Erhöhung um drei Prozent. Und die Tendenz ist: weiter steigend.

Bei den Kommunalwahlen 2009 und 2004 ist die CDU im Wahlkreis 6 beide Male stärkste Kraft geworden, vor fünf Jahren mit einem Vorsprung von 13 Prozent. Spitzenkandidat Steffen Kaden, der diesmal wieder auf Platz 1 antritt, wurde seinerzeit sogar Dresdner Stimmenkönig.

Christoph Stephan

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