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Im DNN-Interview spricht Bürgermeister Detlef Sittel über die Zukunft der Dresdner Krankenhäuser

Im DNN-Interview spricht Bürgermeister Detlef Sittel über die Zukunft der Dresdner Krankenhäuser

Ein Jahr ist es jetzt her, dass sich 84 Prozent der Dresdner für die Beibehaltung der städtischen Kliniken als Eigenbetriebe entschieden haben. Die Zukunft der beiden Häuser indes war mit diesem Entscheid allein nicht gesichert.

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Zukunftssicherungskonzept, einheitliche Leitung und zehn Millionen Euro im Doppelhaushalt: Das sind die Bausteine, auf die Detlef Sittel baut.

Quelle: Christian Juppe

Das Krankenhaus Friedrichstadt und die Neustädter Klinik hatten zuletzt im Jahr 2008 ein kleines Plus in ihren Finanzen vorweisen können. Der gemeinsame Fehlbetrag der folgenden Jahre summierte sich zum Jahresabschluss 2011 schließlich auf insgesamt rund 14 Millionen Euro. DNN-Redakteurin Christin Grödel sprach mit Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) über die Situation der städtischen Kliniken. Sittel bilanzierte dabei die vergangenen Monate und warf auch einen erfreulichen Blick nach vorn.

DNN: Herr Sittel, vor einem Jahr haben sich 84 Prozent der Dresdner in einem Bürgerentscheid gegen die Umwandlung der städtischen Kliniken in eine gemeinnützige GmbH entschieden. Wie fällt Ihr Fazit nach diesen zwölf Monaten aus?

Detlef Sittel: Wir haben einiges erreicht. Zunächst hatte uns die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger die Marschrichtung vorgegeben, auch wenn die Zukunftssicherung der städtischen Kliniken durch den Bürgerentscheid allein nicht gelöst wurde. Erfreulich aber war, dass wir nach dem Entscheid schnell zur gemeinsamen Arbeit zurückgekehrt sind und begonnen haben, eine gemeinsame Lösung zu finden. Die Grundlagen für das weitere Vorgehen haben wir schließlich mit dem Zukunftssicherungskonzept anhand des Gutachtens des Instituts für Betriebswirtschaftliche und Arbeitsorientierte Beratung (BAB) und der einheitlichen Leitung beider Häuser in Person von Jürgen Richter in der Stadtratssitzung im Mai vergangenen Jahres gelegt. Seitdem arbeiten die Projektgruppen in beiden Häusern an der Optimierung der Abläufe.

Trägt diese Arbeit bereits Früchte? Schließlich hat laut einer aktuellen Studie des Deutschen Krankenhaus Instituts eine von drei deutschen Kliniken zuletzt Verluste eingefahren. Auch die städtischen Krankenhäuser machen da keine Ausnahme, nach Jahresabschluss 2011 lag der Fehlbetrag bei insgesamt 14 Millionen Euro.

Wir haben bereits Effekte erzielen können und vor allem eine Perspektive aufgezeigt. Der Fehlbetrag für das vergangene Jahr wird bei rund vier Millionen Euro liegen. Nach einem Minus von sieben Millionen Euro im Vorjahr gehen die Verluste also zurück.

Wie sieht die Perspektive für die städtischen Krankenhäuser langfristig aus?

Um das Defizit dauerhaft abbauen zu können, waren strukturelle Maßnahmen notwendig. Diese sind durch den Stadtrat und die Verwaltung auf den Weg gebracht worden. Das bereits erwähnte Zukunftssicherungskonzept und die einheitliche Leitung bilden den ersten Meilenstein. Zum anderen, und das ist der zweite Meilenstein, durch den aktuellen Haushaltsbeschluss, nach dem die städtischen Kliniken zehn Millionen Euro für Investitionen erhalten. Damit können wir genau die Summe bereitstellen, die laut Gutachten gebraucht wird, um die notwendigen Projekte finanzieren zu können. Dieser Beschluss ist zu 100 Prozent positiv. Wir gehen davon aus, dass die städtischen Kliniken ab 2015 wieder Überschüsse erwirtschaften können und dann auch damit begonnen werden kann, das Defizit abzubauen.

Gibt es Schätzungen, wann der Fehlbetrag vollständig abgebaut sein wird?

Eine derartige Schätzung gibt es nicht, das wäre auch reine Spekulation. Dafür kann einfach zu viel passieren, auch auf Landes- und Bundesebene. Unser Konzept fußt auf Projekten, die in Dresden wirklich beeinflussbar sind.

Gilt die Zukunft der städtischen Kliniken damit als gesichert?

Mit Zukunftssicherungskonzept, einheitlicher Leitung und dem Stadtratsbeschluss über zehn Millionen Euro Eigenmittel für Investitionen sind die ersten, wesentlichen Schritte getan. Jetzt müssen die Projektgruppen in den Häusern weiterhin intensiv arbeiten. Die beiden städtischen Krankenhäuser haben aber das Potenzial, nicht zuletzt aufgrund des Vorteils durch drei Standorte, den wir besser ausspielen müssen, und vor allem wegen des motivierten und gut ausgebildeten Personals.

Apropos Personal: Müssen hier Einschnitte befürchtet werden?

Bei den Ärzten und Pflegekräften geben die zu erwartenden Behandlungsfälle den Rahmen vor, wie viele Beschäftigte auf einer Station gebraucht werden. Und diese steigen deutlich an. Das liegt am Bevölkerungswachstum, am demografischen Wandel und daran, dass die Attraktivität der städtischen Kliniken steigt. Da der Markt wächst, ist ein Personalabbau in diesem Bereich also gar nicht möglich. Allerdings werden wir den Zuwachs an Personal etwas geringer halten als den Zuwachs an Behandlungsfällen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.01.2013

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