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"Ich spreche mehr Dialekt als Tillich"

"Ich spreche mehr Dialekt als Tillich"

Im Rollkragenpulli tritt Sachsens oberster Sozialdemokrat in den Landtagswahlkampf ein. Obercool die Pose, schattig der Hintergrund, so ließ sich Martin Dulig jüngst fotografieren.

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Martin Dulig

Quelle: SPD

Das heiß diskutierte Bild erinnert die einen an James Bond, die anderen an Peer Steinbrück, ohne Stinkefinger. Dulig selbst sieht es lässig. Es mussten halt neue Porträtbilder her. Die alten waren alt und ein paar Kilos schwerer. Außerdem sei er halt nicht der Anzugträger, sagt der 39-Jährige. Immerhin sorgt Bond-Dulig für Gesprächsstoff. "Mein Name ist Martin Dulig", verkündete er beim Leipziger SPD-Bundesparteitag im November zu den angereisten Genossen. "Den Namen sollte man sich merken." In der Tat brachte der Parteitag dem Moritzburger Aufwind. Jetzt sehen ihn manche schon als Hoffnungsträger der ostdeutschen Sozialdemokratie. Mit 408 von 574 Stimmen wählten ihn die Genossen in den Bundesvorstand.

Nun geht es an die Landtagswahl. Und die Aussichten für die SPD sind gemischt. Ihr Spitzenkandidat Dulig, der seit Jahren mit schlechten Imagewertenwerten kämpft, hat in der LVZ-Umfrage (2. Januar 2014) zur Landtagswahl immerhin einen Sympathiefaktor von 70 Prozent erreicht. Allerdings ist er längst nicht so bekannt wie Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Dass eine große Koalition in Berlin der SPD daheim in die Hände spielt, hat die Erfahrung eher nicht gezeigt. Hinzu kommt, dass die SPD in Sachsen ihren Platz noch nicht gefunden hat - Volkspartei ist sie jedenfalls nicht. Bei 17 Prozent lag sie in der LVZ-Umfrage, 10,4 Prozent erreichte sie 2009. Lange Zeit wurden die Sachsen-Sozis von den Genossen der Republik mitleidig beäugt. Ausgerechnet das schlechteste Wahlergebnis 2004 beförderte die SPD in die Landesregierung.

Diesmal soll mehr herausspringen. Martin Dulig, der seit 2009 den Landesverband leitet, will die CDU "in die Resozialisationsmaßnahme Opposition schicken". Er ist ein Spitzenkandidat mit gesunder konservativer Wertorientierung, sechsfacher Familienvater, der seit 21 Jahren verheiratet ist, dessen älteste Kinder längst ausgezogen sind, der in der Kirchgemeinde Posaune spielt und "kein Problem mit dem Begriff Heimat" hat. Er betont auch gern seine politischen Wurzeln "in der 89er-Zeit" und seine weiträumig sächsische Herkunft. Geboren 1974 in Plauen, die Mutter Vogtländerin, der Vater Oberlausitzer. "Ich spreche mehr Dialekt als Tillich", meint er.

Andererseits haftet dem 39-Jährigen noch etwas Jungspundiges an, wenn er sich über den "Langweiler" Tillich aufregt und Leipzig als "saucoole Stadt" anpreist. Intern verdrehen dabei nicht wenige die Augen. Sozis vom alten Schlag stempeln einem wie ihm gern den Karrieristen auf. Dulig hält dagegen, er stehe fest im Leben. Er wisse sehr gut, was draußen passiere. Bei den Jusos habe er das politische Handwerk gelernt. "Ich bin damals nicht in den Fahrstuhl gestiegen, der bis hoch zum Spitzenkandidaten fährt."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.01.2014

Christine Keilholz

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