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Hotelneubau an der Ringstraße kommt in Stadtrat - Finanzausschuss gibt seine Verantwortung ab

Hotelneubau an der Ringstraße kommt in Stadtrat - Finanzausschuss gibt seine Verantwortung ab

Kurzer Prozess mit dem geplanten Hotelneubau an der Ringstraße: Der Finanzausschuss hat gestern Nachmittag das Thema in den Stadtrat gehoben. Eigentlich sollten die Ausschussmitglieder den Grundstücksverkauf abschließend entscheiden.

Die Stadt möchte die Fläche unmittelbar vor dem Gewandhaushotel an einen Investor verkaufen, der dort ein Drei-Sterne-Hotel errichten will. Der Bauausschuss und der Wirtschaftsausschuss hatten in der vergangenen Woche mit knapper Mehrheit für den Verkauf gestimmt, während der Ortsbeirat Altstadt gegen einen Hotelneubau votierte (DNN berichteten).

"Das waren für uns klare Signale", erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Lames, warum er für eine Entscheidung im Stadtrat gestimmt hat. "Wir im Finanzausschuss sind nicht schlauer als die Ortsbeiräte. Wir wollen einen Beschluss von allen Stadträten." Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) hatte die Verweisung in den Stadtrat vorgeschlagen und mehrheitlich Zustimmung erhalten. Nun wird das Thema in den Stadtratsfraktionen beraten.

Florian Leisentritt, Direktor des Gewandhaushotels, konnte so schon nach wenigen Minuten zur Arbeit zurückkehren. "Eigentlich hatte ich heute mit einer Entscheidung gerechnet", erklärte er. Sein gerade erst umgebautes Fünf-Sterne-Haus hat die zum Verkauf stehende Fläche als Parkplatz für seine Gäste gepachtet. "Deshalb ist der Beschluss für uns sehr wichtig", so Leisentritt. Das Hotel habe einen unbefristeten Vertrag mit der Stadt, sei aber auch auf eine Kündigung vorbereitet. "Wir haben gutes Geld in ein Gebäude investiert, dessen Grundmauern von 1770 stammen. Dabei haben wir keine zusätzlichen Kapazitäten dem Markt zugeführt", betont der Hoteldirektor mit Blick auf einen Neubau direkt vor dem Gewandhaus.

Der Dresdner Bauingenieur Rolf Schreiter bezweifelt gegenüber DNN, dass der Parkplatz vor dem Gewandhaushotel problemlos bebaut werden kann. "Ich habe Anfang der 1990er Jahre ein Baugrundgutachten für einen Investor erarbeitet", so der DNN-Leser. Dabei sei der Platz aufgebaggert worden. "Wir sind auf die Stadtmauer gestoßen, die quer unter dem Grundstück verläuft." Heißt aus Sicht des Bauingenieurs: Die geplante Tiefgarage lässt sich schwer bauen.

"Ich habe es noch deutlich vor Augen: Ich stehe im Schlamm und schaue auf die Stadtmauer herunter." Bis zu vier Meter tief sei gegraben worden, ohne dass die Gründung der Stadtmauer freigelegt worden sei. "Sie war fantastisch erhalten." Interessenten für das Grundstück rät Rolf Schreiter, eine hohe Summe für unvorhergesehene Ereignisse einzuplanen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.04.2015

Thomas Baumann-Hartwig

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