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Homophobie-Protest: Dresdner zeigen bunte Flagge und erhalten Unterstützung von "Jennifer Rostock"

Homophobie-Protest: Dresdner zeigen bunte Flagge und erhalten Unterstützung von "Jennifer Rostock"

Gegen Homophobie haben am Samstag rund 700 Menschen auf dem Dresdner Schloßplatz protestiert. Aufgerufen hatten die Vereine CSD Dresden und Gerede e.V.

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Die Demo gegen Homophobie in Dresden.

Quelle: Dominik Brüggemann

, die sich für die Toleranz von Schwulen und Lesben engagieren. Hintergrund war die Demonstration der Gruppe „Besorgte Eltern gegen Frühsexualisierung“, die fast zeitgleich auf dem Theaterplatz eine Kundgebung abhielten.

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Bilder der Demo gegen Homophobie in Dresden.

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Zuvor hatte auch die AG 13. Februar zur friedlichen Demonstration aufgerufen, da die rechtsextreme NPD angekündigt hatte, sich der Kundgebung der „Besorgte Eltern gegen Frühsexualisierung“ anzuschließen. Die Veranstalter dort betonten, unabhängig von sämtlichen Parteien aufzutreten. Einzig das Kindeswohl läge ihnen am Herzen. Als Redner hatten sie den rechtspopulistischen Journalisten Jürgen Elsässer geladen. Der forderte eine Rückkehr zum Sexualunterricht der 70er und 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts: „Was im Augenblick stattfindet, hat mit diesem klassischen Aufklärungsunterricht nichts mehr zu tun“, so die Meinung des Hauptredners. Die Themen Sex und Körper, über die er als 14-Jähriger in der Schule gesprochen habe, würden jetzt bereits fünfjährigen Kindern auf das Auge gedrückt. Die Polizei sicherte beide Veranstaltungen ab und ermöglichte einen Protest in Hör- und Sichtweite.

Als Vertreter der Stadt Dresden nahm Dresdens Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) an der Protestveranstaltung auf dem Dresdner Schlossplatz teil. Seidel zeigte Verständnis für die angesprochende Thematik, nicht jedoch für die rechtspopulistische Veranstaltung. "Wer einen Jürgen Elsässer als Hauptredner und die NPD als Unterstützer braucht, muss sich nicht wundern, dass einem noch nicht mal 150 Menschen das Deckmäntelchen 'Besorgte Eltern' abkaufen. Inhaltlich kann man sicher über die angesprochenen Themen reden - aber gern dort, wo sie relevant sind. Das ist weder Dresden noch Sachsen. Gut, dass auch mit der AG 13. Februar und damit die Oberbürgermeisterin Flagge gegen diese krude Truppe gezeigt haben", kommentierte Seidel die Demonstration.

Die Organisatoren der Veranstaltung am Schlossplatz betonten: „Kinder haben Fragen, und diese müssen beantwortet werden. Fragen zu Sexualität und Partnerschaft dürfen kein Tabu sein.“ Entsprechend richtig sei es, dass im Sächsischen Bildungsplan für Kitas die Aufklärung eine wichtige Rolle spiele. Hier forderte die Rednerin Eva Jähnigen (MdL, Die Grünen) auch ein Zeichen der neuen sächsischen Regierung: „Teil des Problems ist auch, dass Sachsen bei der Gleichstellung bundesweit das Schlusslicht hat und nicht mal die eingetragene Lebenspartnerschaft voll gleich gestellt ist. Hier erwarten wir von der neuen Regierung ein neues Zeichen für eine stärkere Gleichstellung“. Zuvor hatte sie sich für eine bunte und tolerante Gesellschaft stark gemacht, die auch in der Schule offen im Umgang mit Sexualität sein müsse.

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Demo gegen Homophobie

Quelle: Dominik Brüggemann

Marc Dietschkau betonte indes als Redner für den CSD Dresden: „Solange ‚schwul’ eines der häufigsten Schimpfwörter auf Schulhöfen ist, solange nicht-hetereosexuelle Jugendliche noch immer große Probleme beim Coming-Out haben, solange zeigt das auch, dass wir mehr und nicht weniger Aufklärung brauchen.“ Auch der Moderator der AG 13. Februar, Joachim Klose, warnte vor der vermeintlichen Unbekümmertheit der „Besorgten Eltern“. Schlimm wäre eine menschenverachtende Veranstaltung gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Deshalb lehne die AG 13. Februar jede Form der Ausgrenzung und Diskriminierung ab.

Band "Jennifer Rostock" beteiligt sich an Protest

Die Band "Jennifer Rostock", die am Abend ein Konzert im Dresdner Schlachthof gab, beteiligte sich ebenfalls an dem Protest. "Wir demonstrieren hier in Dresden gegen die rechts-konservative, homophobe Gruppe "Besorgte Eltern". Ich bin selbst als Schwuler in einer homophoben Gegend aufgewachsen und, was ich durchgemacht habe, wünscht keine Mutter ihrem Kind. Die Eltern, die ehrlich um die Zukunft ihrer Kinder besorgt sind, demonstrieren hier auf der anderen Seite - zusammen mit uns!", schrieb der Keyboarder der Band, Johannes"Joe" Walter via Facebook. Dazu zeigte er ein Bild der Band, wie sie gemeinsam am Protest teilnahmen.

„Es geht um die Hetze gegen eine liberale Gesellschaft. Ob es dabei um Rechte für Schwule und Lesben geht wie hier, oder um die liberale Gesellschaft im Allgemeinen, ist dabei egal. Jürgen Elsässer ist ein Vertreter der rechtspopulistischen Richtung, der man entgegentreten muss“, sagte Christian Demuth, Vorsitzender des Dresdner Vereins Bürger.Courage – Freundeskreis gegen rechtsextremes Denken, am Rande der Veranstaltung.

dbr

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