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Heftiger Streit um Dresdner Enso-Vorstand entbrannt

Heftiger Streit um Dresdner Enso-Vorstand entbrannt

Beim Energieversorger Enso, an dem die Landeshauptstadt Dresden über den Energieverbund Dresden GmbH mit 71,9 Prozent beteiligt ist, rumort es gewaltig. Es gibt Streit um die Besetzung eines Spitzenamtes: Das Unternehmen braucht einen neuen Vorstand, weil Dresdens Supermanager Reiner Zieschank Ende des Jahres in den Ruhestand geht.

Er ist nicht nur Vorstand bei den Drewag-Stadtwerken und den Dresdner Verkehrsbetrieben, sondern auch bei der Enso.

Der Drewag-Aufsichtsrat hat sich bereits im Frühjahr für die bisherige Prokuristin Ursula Gefrerer als Nachfolgerin von Zieschank entschieden. Gefrerer soll auch im Vorstand der Enso installiert werden. Doch gegen diesen Plan regt sich Widerstand bei Enso-Vertretern: Sie seien an der Personalauswahl nicht fair beteiligt worden, hieß es. Einzelne Mitglieder des für die Stellenbesetzung zuständigen Personalausschusses der Enso proben sogar den Aufstand und vertreten die Auffassung, die Stelle solle bundesweit ausgeschrieben werden.

Das soll nicht als Affront gegen Ursula Gefrerer verstanden werden, hieß es. Es sei aber sicher nicht falsch, sich auf dem Markt umzuhören und einen Vorstand zu engagieren, der sich in der Energiewirtschaft bestens auskenne. Gefrerer habe sich zwar als glänzende Finanzwirtschaftlerin einen Namen gemacht. Angesichts eines immer schwieriger werdenden Marktes - Stichwort Energiewende - könne eine Expertin oder ein Experte durchaus auch eine gute Wahl sein.

Enso-Aufsichtsratsmitglieder, die mit der Personalie Gefrerer vertraut sind, können diese Gedankengänge nicht nachvollziehen. Die Managerin habe still und unaufgeregt Großes geleistet, etwa bei der Umstrukturierung der Dresdner Bäder vom Eigenbetrieb zu einer GmbH. Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU), der sich selbst erfolglos für die Stelle des Drewag-Vorstandes beworben hatte, soll die Personaldebatte mitbefördert haben. Vorjohann hat allerdings mehrfach beteuert, kein Interesse an der Stelle des Enso-Vorstandes zu haben.

Einige Enso-Aufsichtsratsmitglieder gehen die Zwistigkeiten deutlich zu weit. Sie fordern, dass die Diskussionen ein Ende nehmen und auf einer Sondersitzung Anfang September Gefrerer ohne Wenn und Aber zum Enso-Vorstand bestellt wird. Dabei sollen sie eine deutliche Mehrheit hinter sich wissen.

Die Enso und die Drewag-Stadtwerke arbeiten eng zusammen und sollen perspektivisch unter ein Dach ziehen. Dazu werden mehrere Varianten geprüft. Drewag-Vorstand Burkhard Richter ist auch Vorstand bei der Enso, die vor allem Energiekunden in Ostsachsen versorgt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.07.2015

Thomas Baumann-Hartwig

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