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Gut 7000 Menschen protestieren friedlich mit Dresden-Nazifrei in der Stadt

Gut 7000 Menschen protestieren friedlich mit Dresden-Nazifrei in der Stadt

Dresden. Zwischen 7000 und 10.000 Personen haben am Samstag in Dresden bei strahlendem Sonnenschein weitgehend friedlich gegen Rechtsextremismus und staatliche Repression demonstriert.

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Bis zu 10.000 Teilnehmer haben mit dem Bündnis Dresden-Nazifrei demonstriert.

Quelle: Stephan Lohse

Organisiert vom Bündnis Dresden-Nazifrei waren neben vielen Dresdnern auch Tausende Menschen mit mehr als 100 Bussen aus ganz Deutschland angereist. Vom Hauptbahnhof bis zum Haus der Begegnung in der Großenhainer Straße blieb es dabei überwiegend friedlich. Die Polizei sprach am Abend von rund 6500 Teilnehmern, die Veranstalter von 10.000.

"Es war ein großartiges Zeichen", sagte Stefan Thiele vom Bündnis Nazifrei. Der hohe Zuspruch am Montag wie am Sonntag habe gezeigt, dass die Ideen und Ziele des Bündnisses richtig seien.

Schon am frühen Morgen hatten sich mehr als tausend Menschen vor dem Hauptbahnhof versammelt, nach und nach strömten immer mehr Demo-Teilnehmer auf den Wiener Platz. Dabei war die Atmosphäre entspannt. Die Händler im Bahnhof und später auf der Strecke verdienten außergewöhnlich gut, die Menschen tanzten, viele hatten zum Teil überaus kreative Plakate dabei, die sich gegen Neonazis aussprachen.

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Bis zu 10.000 Personen haben am 18. Februar 2012 in Dresden friedlich mit Dresden-Nazifrei demonstriert.

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Als sich der Zug schließlich in Bewegung setzte, dauerte es lange, bis der Bahnhofsvorplatz sich leerte. Während sich die ersten schon am Pirnaischen Platz befanden, bogen die letzten auf die St. Petersburger Straße ein. „Unser Zug ist jetzt schon länger als die Demo-Route der Nazis", jubelten die Leute. Die Rechten hatten am 13. Februar aufgrund der Nazifrei-Blockaden mit einer Mini-Strecke von 1,3 Kilometern vorlieb nehmen müssen.

Vorbei an der Synagoge zog die Menge weiter zum Innenministerium, da Dresden-Nazifrei sich nicht nur gegen Rechtsextremismus zur Wehr setzen wollte, sondern auch gegen sogenannte „sächsische Verhältnisse" demonstrieren wollte. Die sächsische Politik habe "Schachstellen", vor allem bei den Themen Handyüberwachung, dem Nicht-Erkennen des NSU oder der Kriminalisierung des Protestes gegen Nazis. Es habe sich diesbezüglich aber bereits viel getan, sagte Bündnis-Sprecher Thiele.

Auf der Carolabrücke drohte die Lage kurz außer Kontrolle zu geraten, als schwarz vermummte Demo-Teilnehmer mit Böllern warfen. Doch die Polizei hielt sich zurück, die Demo ging weiter. Ein Farbbeutel gegen die Staatskanzlei und einige weitere Böller sollten die einzigen Vorkommnisse bleiben, bevor die Spitze des Zuges gegen 15.15 Uhr das Haus der Begegnung erreichte. Hier hatte ein SEK im Vorjahr die Geschäftsstelle des Roten Baumes gestürmt, woran Dresden-Nazifrei noch einmal erinnerte.

Nach der Abschlusskundgebung löste sich die Versammlung langsam auf, viele Teilnehmer zogen langsam zurück in die Stadt und zu ihren Bussen. Lediglich ein kleiner Zusammenstoß zwischen Demo-Teilnehmern und der Polizei überschattete die Situation. Ansonsten lobte auch Bündnis-Sprecher Stefan Thiele die Deeskalationsstrategie der Beamten. "Man muss sie loben", stellte er der Polizei ein gutes Zeugnis aus.

Stephan Lohse

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