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Grünes Licht für Wohnungen an der Sternstraße

Stadtrat nickt Änderungen ab Grünes Licht für Wohnungen an der Sternstraße

Grünes Licht für das Wohnungsbauprojekt an der Sternstraße: Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit sowie die CDU und der Investor haben einen Kompromiss für das Vorhaben an der Flutrinne ausgehandelt.

Quelle: Linear Planungsgesellschaft

Dresden. Grünes Licht für das Wohnungsbauprojekt an der Sternstraße: Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit sowie die CDU und der Investor haben einen Kompromiss für das Vorhaben an der Flutrinne ausgehandelt. "Damit können wir alle leben", erklärte Norbert Linnemann von der Linear-Planungsgesellschaft, die den Eigentümer vertritt.

So sollen einmal die Innenhöfe aussehen.     Quelle: Linear Architekten

Der Investor will in Mickten zwischen Flutrinne und Sternstraße rund 460 Wohnungen in drei Bauabschnitten errichten. Alle etwa 500 Pkw-Stellplätze sind in drei flutungssicheren Tiefgaragen geplant. Vorrangig sollen "attraktive familiengerechte Wohnungen von 80 bis 120 Quadratmeter Größe" entstehen. Sie werden zu einem großen Teil barrierefrei sein und 15 Wohnungen sogar rollstuhlgerecht. Es sind Pkw-Stellplätze mit Stromladestation und Carsharing vorgesehen. Die Erdgeschossfußböden soll etwa einen Meter über der Pegelhöhe vom Hochwasser 2002 liegen, also einer Flut mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit von 100 Jahren (HQ 100). Teilweise bereits umgesetzt sind Artenschutzmaßnahmen wie die Umsiedlung von Zauneidechsen und Ersatzpflanzungen.

Die Gesamtinvestition beziffert Linnemann auf 95 bis 100 Millionen Euro. Baubeginn soll im Sommer 2016 sein. Innerhalb von drei bis vier Jahren könnten dann alle Bauabschnitte abgeschlossen sein. Die ersten Wohnungen könnten Anfang 2018 vermietet werden. Der Bauausschuss beschloss gestern die öffentliche Auslegung der Baupläne.

Vor einigen Wochen war diese Entscheidung noch vertagt worden. "Leider hat die Verwaltung die Politik nicht so informiert, wie ich mir das vorgestellt hätte", sagte Linnemann. Er hatte nach eigenen Angaben in den zurückliegenden Monaten nur zurückhaltend die Öffentlichkeit gesucht, um nicht zwischen die Fronten zu geraten und sah sich nun durch die "tolle Lösung" bestätigt.

Im Gewerbegebiet zwischen Böcklin-, Stern- und Kötzschenbroder Straße arbeiten zahlreiche kleine Unternehmen. Fotos: Tanja Tröger

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Lärmprobleme mit benachbartem Gewerbe (Steinmetz, Containerfirma) würde dadurch gelöst, dass die Wohnungen auf der östlichen Seite angepasst werden. Auf der den Betrieben zugewandten Seite gibt es Räume, die höhere Lärmbelastungen vertragen (Küchen, Bäder) oder in geringem Umfang möglicherweise Festverglasung oder Schallschutzfenster. Linnemann bat hier die Verwaltung, nochmals zu prüfen, ob mit den Lärmerzeugern eine Reduzierung der Belastungsspitzen erreicht werden könnte. Auf Wunsch der Politik werde teilweise die Geschosszahl leicht reduziert, die sechste Etage ist dann nur noch ein in der Fläche reduziertes Dachgeschoss. 1500 Quadratmeter oder 15 bis 20 Wohnungen würden damit entfallen. Außerdem will sich der Investor mit bis zu 300 000 Euro am Bau einer Kita beteiligen, wenn die Stadt damit bis 2019 beginnt. Die Mieten würden sich zwischen 8,50 und 10,50 pro Quadratmeter und im Mittel bei 9 Euro bis 9,50 Euro bewegen. Für die von Rot-Grün-Rot gewünschte Obergrenze von 7,50 Euro für 15 Prozent der Wohnungen sei es aufgrund des fortgeschrittenen Planungsstandes zu spät gewesen. Linnemann bezifferte die Zusatzkosten durch die Umplanungen im Ergebnis der Gespräche auf etwa eine Million Euro.

Stadtverwaltung Vorlage V0524/15

"Es ist ein gutes Projekt, dass in das gesamte Quartier ausstrahlen soll", freute sich Thomas Löser von den Grünen. Erfolgreich sei mit allen, die daran interessiert waren, das Gespräch gesucht worden, würdigte er die Beteiligung der CDU. Veit Böhm von den Christdemokraten äußerte sich denn auch zufrieden, "dass wir das über die Parteien hinweg hinbekommen haben". In der Summe sei es ein ausgewogenes Geben und Nehmen gewesen, erklärte Martin Schulte-Wissermann (Fraktion Die Linke). Schließlich lobte auch Vincent Drews den "gelungenen Prozess". Wenn es einen konstruktiven Dialog gebe, sei die Politik zu schnellem Handeln bereit.

Ingolf Pleil

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