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Grüne wollen Villenviertel Blasewitz und Striesen Nordost schützen

Grüne wollen Villenviertel Blasewitz und Striesen Nordost schützen

Die Grünen-Stadtratsfraktion will die Stadtteile Striesen Nordost und Blasewitz unter Schutz stellen. Grünen-Fraktionsvorsitzender Thomas Löser brachte dazu jetzt zwei Anträge in den Geschäftsgang des Stadtrates ein: Die Verwaltung soll für das Gebiet sowohl eine Erhaltungssatzung als auch eine Gestaltungssatzung erarbeiten.

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Thomas Löser

Quelle: Oliver Killig

"Die beiden Stadtteile sind stadtgeschichtlich und städtebaukünstlerisch außerordentlich bedeutsam", erklärt Löser die Intention der Anträge. Schon 1860 sei für Striesen ein Bebauungsplan festgelegt worden, der auf einem schachbrettartigen Grundriss Parzellen zum Bau von Mietshäusern und Villen ausgewiesen habe. Dabei sei eine offene Bauweise vorgeschrieben gewesen, da sich Striesen zum "grünen Wohnvorort" habe entwickeln sollen. Nach der Eingemeindung von Striesen 1892 nach Dresden sei der Bebauungsplan 1899 weiterentwickelt worden. "Es wurde nicht allein den Kräften des Marktes überlassen, wo offene und wo geschlossene Bebauung zugelassen ist", erklärt Löser.

In den vergangenen Jahren sei wegen des boomenden Immobilienmarktes zu beobachten, dass nicht nur Lücken in den Vierteln bebaut, sondern auch intakte Bestandsgebäude abgerissen werden. Diese Gebäude stünden zwar nicht unter Denkmalschutz, so Löser. "Aber sie waren stadtteiltypologisch und architektonisch bedeutsam." Die Grundstücke seien oft geteilt und dicht bebaut worden. "Einige der neu errichteten Gebäude vermindern durch ihre anspruchslose Gestaltung die Gesamtwirkung der Stadtteile Striesen und Blasewitz", stellt der Fraktionsvorsitzende fest.

Mit einer Erhaltungssatzung könne die Stadt diesen Fehlentwicklungen entgegenwirken. Denn mit diesem Instrument sei es möglich, Abrisse, Nutzungsänderungen oder die Errichtung baulicher Anlagen zu untersagen, wenn es den Zielen der Satzung widerspreche. "Wir wollen die diesen Bereich prägende gründerzeitliche Bautypologie in ihrem Bestand erhalten, auch wenn sie nicht als Denkmal ausgewiesen ist", erklärt Löser.

Die geforderte Gestaltungssatzung könne den Bau von Gebäuden verhindern, die sich in die Eigenart der Gründerzeitviertel hinsichtlich der verwendeten Materialien, Proportionen und Dachformen nicht einfügen. "Es soll eine hochwertige städtebauliche und architektonische Entwicklung in Blasewitz und Striesen Nordost auch zukünftig gesichert werden", so der Fraktionsvorsitzende.

Die Vorlagen sollen im Ortsbeirat Blasewitz, im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau sowie im Stadtrat beraten werden. Mit einer Entscheidung vor der Sommerpause ist aber nicht zu rechnen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.06.2015

Thomas Baumann-Hartwig

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