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Grüne wollen Einkaufssonntage in Dresden retten

Grüne wollen Einkaufssonntage in Dresden retten

Einen Dialog zu den umstrittenen verkaufsoffenen Sonntagen wünschen sich die Dresdner Grünen. Deshalb luden sie am gestrigen Freitag Handels- und Tourismusverbände, Kirchen und Gewerkschaften ins Rathaus, um miteinander Klartext zu sprechen.

Leider kamen mit Ausnahme des Superintendenten Albrecht Nollau von der Ev.-Luth. Martin-Luther-Kirchgemeinde in der Neustadt nur die Fürsprecher der Einkaufssonntage. Die angefragten Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erschienen nicht. Auch die neuen Kooperationspartner Linke und SPD, die die Einkaufssonntage komplett abschaffen wollen, ignorierten den grünen runden Tisch.

Ursprünglich hatte die Stadt vier verkaufsoffene Sonntage für das kommende Jahr geplant: am 15. Mai zum Dixielandfestival, am 4. Oktober zum Herbstmarkt und zu den Adventssonntagen am 6. und 20. Dezember. Doch Linke und SPD haben angekündigt, mit der neuen rot-rot-grünen Mehrheit im Stadtrat die stadtweiten Shoppingsonntage zu unterbinden. Einzig lokale Ausnahmen sollen noch möglich sein, nämlich im Rahmen von Stadtteilfesten wie der BRN. Diesen harten Kurs wollen die Grünen aber nicht fahren, sie suchten den Diskurs.

Der Sonntag sei als freier Tag für die Familie und als Tag der Arbeitsruhe unbedingt zu schützen, betonte gestern Albrecht Nollau. Auch wenn festzustellen ist, dass die Sonntagsarbeit in der Gesellschaft zunimmt, hält das Nollau dennoch gesellschaftlich nicht für sinnvoll. Er warnte vor dem schleichenden Verlust eines Kulturguts und verwies auf die Bedeutung des sozialen Miteinanders.

Solche gemeinsamen, sozialen Zeiten könnten die Dresdner doch auch gut bei einem Einkaufsbummel verbringen. Dieser Ansicht war Gordon Knabe, Centermanager des Elbeparks. "Wir wollen an dem Tag gar kein Geld verdienen, sondern die Kunden mit unserem Standort verheiraten", so der Elbeparkchef, der ein Freund des Erlebnisshoppings ist. Er schätzte, dass 60 Prozent aller Geschäfte im Elbepark mit ihren Umsätzen an Einkaufssonntagen zufrieden sind.

Eine andere Ansicht vertrat Konrad Stransky vom Gewerbe- und Kulturverein Neustadt. "Ich halte stadtweite verkaufsoffene Sonntage nicht für notwendig." Kein Laden in der Dresdner Neustadt öffne an diesen Sonntagen, vor allem da die meisten Geschäfte inhaberbetrieben sind. Die Familien wollen im Advent lieber zu Hause Plätzchen backen. "Stadtweite Öffnungen dienen bloß den großen Einkaufszentren", kritisierte er. Andererseits mache es natürlich Sinn, während des Striezelmarkts die Altmarkt-Galerie zu öffnen. Heißt, während eines besonderen Ereignisses könnten die umliegenden Geschäfte durchaus an Sonntagen öffnen.

Bettina Bunge von Dresden Marketing und Johannes Lohmeyer vom Tourismusverband verwiesen auf die Umsätze, die Dresden ohne verkaufsoffene Sonntage verloren gehen - und dann in der Adventszeit von Chemnitz und Leipzig abgeschöpft werden. Die Touristen wollten ein Gesamtpaket aus Kunst, Kultur, Architektur und eben auch Einkaufsmöglichkeiten, so Bunge. "In einer Stadt, die im Advent mit dem Striezelmarkt wirbt, halte ich es für zwingend erforderlich, dass die Adventssonntage verkaufsoffen sind", betont Lohmeyer.

Wie Torsten Schulze, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen, gestern ankündigte, wollen die Grünen aus den ausgetauschten Argumenten nun innerhalb ihrer Fraktion eine Vorlage stricken. Sie soll einen Kompromiss zwischen dem Maximum von vier Einkaufssonntagen und dem Minimum von gar keinem enthalten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.09.2014

Madeleine Arndt

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