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Grüne sehen Baummassaker in Dresden

Grüne sehen Baummassaker in Dresden

Eine grüne Stadt steigert die Lebensqualität. Doch die Grünen in Dresden sehen das Grün schwinden, seit der Landtag im September 2010 das Gesetz zur Vereinfachung des Umweltrechts beschlossen hat.

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"Auf der Agnes-Smedley-Straße in Plauen war mal eine schöne Allee. Jetzt ist davon nicht mehr viel übrig", nennt Elke Zimmermann, Stadträtin Bündnis 90/Grüne, ein Beispiel für Baumfällungen, die in ihren Augen nicht nötig waren.

Quelle: Dietrich Flechtner

Von Catrin Steinbach

Diesem Gesetz zufolge dürfen jetzt u.a. Bäume bis zu einem Stammumfang von einem Meter (in einem Meter Höhe gemessen) auf bebauten Grundstücken ohne Genehmigung gefällt werden. Und nicht nur das. Im Zuge dessen sind nämlich auch Ersatzpflanzungen für die betroffenen Bäume nicht mehr erforderlich bzw. muss kein "Strafgeld" mehr gezahlt werden, wenn diese Ersatzpflanzungen nicht vorgenommen werden.

"Seit der Gesetzesänderung ist ein enormer Anstieg an Fällungen zu verzeichnen", sagt Stadträtin Elke Zimmermann von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die sprechen gar von einem Baummassaker, das in Dresden stattfinde.

Die Stadtverwaltung bestätigt in ihrer Antwort auf eine Anfrage von Elke Zimmermann, dass bisher zahlreiche Eigentümer von dem Recht auf Fällungen von Bäumen Gebrauch gemacht hätten. "Besonders auffällig ist das auf Grundstücken, die durch Bauträger für eine künftige Bebauung genutzt werden sollen."

Die Stadt konstatiert zudem, dass "sich die Hemmschwelle für Baumfällungen verringert, weil die neue gesellschaftliche Norm das zulässt...Im Zeitraum Januar bis August der Jahre 2008 und 2009 wurden im Mittel 2344 Gehölze als Ersatzpflanzungen beauflagt." Im Vergleichszeitraum 2011 habe sich die Anzahl um 75 Prozent auf 576 Gehölze verringert.

Die Grünen sehen z.B. in der Internet-Seite

www.baummassaker-dresden.de eine Möglichkeit, in ihren Augen ungerechtfertigte Baumfällungen öffentlich zu machen. Zudem wollen sie eine Kampagne für mehr Stadtgrün starten. Ziel sei, dass die Stadt künftig noch sorgsamer mit ihrem Grün, das in ihrer Verantwortung steht, umgehe und Bürgerengagement stärker fördere und anerkenne, so Zimmermann.

So fordert ein Antrag, dass die Stadt künftig im Internet vorab baumgenaue Informationen zu anstehenden Fällungen auf Straßen, Wegen und kommunalen Flächen veröffentlicht. "Magdeburg, Oldenburg und Berlin machen das vor", sagt Zimmermann. Im zweiten Antrag fordert Bündnis 90/Die Grünen, dass die Stadt erstens den Dresdnern ermöglicht, Patenschaften über Baumscheiben zu übernehmen und zweitens bei illegalen Pflanzungen von Gehölzen bzw. Blumen diese nur entfernen lässt, wenn ein Gefährdungs- bzw. Sicherheitsrisiko nachgewiesen werden kann. Den dritten Antrag hoffen Bündnis 90/Grüne interfraktionell einbringen zu können. "Wir wollen, dass die Stadt mit gutem Beispiel vorangeht und bei Baumaßnahmen auf kommunalen Flächen die alte Gehölzschutzsatzung anwendet", so Zimmermann. Bei den Patenschaften für Baumscheiben dürften die Grünen bei der Stadt ja offene Türen einrennen. Denn für die Neustadt wird jetzt ein solches Projekt gestartet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.04.2012

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