Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Grüne halten an ihrer Meinung fest: Bau der Waldschlößchenbrücke war ein großer Fehler

Grüne halten an ihrer Meinung fest: Bau der Waldschlößchenbrücke war ein großer Fehler

Dresdens Grüne halten den Bau der Waldschlößchenbrücke weiterhin für einen großen Fehler. Wenige Tage vor der Eröffnung des Bauwerks legten sie ihre Argumente dafür noch einmal dar.

Voriger Artikel
Zu früh aufgehängte Wahlwerbung in Dresden: Stadt prüft noch Konsequenzen
Nächster Artikel
Zastrow: Unesco soll Dresden Welterbe-Titel zurückgeben
Quelle: Stephan Hönigschmid

Als Ort wählten sie bewusst das Restaurant auf der Dachterrasse des Landtages. „Wir haben uns für diesen Ort entschieden, weil wir glauben, dass die Landespolitik beim Bau der Brücke eine große Rolle gespielt hat“, sagte der Vorsitzende der Stadtratsfraktion, Thomas Löser.

Anwesend war bei diesem kritischen Rückblick auch der Vorstandsvorsitzende des Forums für Baukultur, Sebastian Storz. „Noch immer werde ich im Ausland darauf angesprochen, warum wir in Dresden den Unesco-Vertrag gebrochen haben. Der Bau der Brücke ist ein nicht wieder gut zu machender baukultureller Fehler“, so Storz. Verantwortlich machte er dafür neben der Übermacht ökonomischer Interessen das fehlende Verständnis der Politiker für bauästhetische und kulturelle Fragen. „Als ich einmal im Stadtrat sprechen durfte, habe ich ein Gleichnis gebraucht und gesagt, dass man in der Gemäldegalerie Alte Meister die elektrischen Leitungen bei einer Erneuerung ja auch wieder unter Putz legen würde, weil es einfach schöner aussieht. Auf diese Weise wollte ich die Notwendigkeit des Elbtunnels verdeutlichen“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Verstanden habe man ihn anscheinend aber nicht, denn kurze Zeit später stand ein Brückenbefürworter auf und fragte, warum er denn die Beleuchtung bei den Alten Meistern ändern möchte, erinnerte sich Storz und fügte an „Baukulturelle Bildung muss daher bereits in der Schule beginnen, damit auch Leute, die in die Politik gehen, etwas davon verstehen.“ Kritisiert wurde in der Runde zudem, dass es nicht zu einem zweiten Bürgerentscheid über den Tunnel gekommen ist, obwohl die Befürworter 55.000 Unterschriften gesammelt hatten. „Der Tunnel wurde nie ernsthaft diskutiert. Er wurde von der Landesdirektion einfach abgelehnt, weil die Kosten laut Prognosen mit einem Volumen von 150 Millionen Euro etwa 20 Millionen höher als bei der Brücke waren“, betont Thomas Löser.

Auch die Zusage des damaligen Bundesverkehrsministers Wolfgang Tiefensee (SPD), dass der Bund die zusätzlichen Kosten übernehmen würde, habe nichts daran geändert, so der Grünen-Politiker. Obwohl die Brücken-Gegner letztendlich nicht erfolgreich waren und das Bauwerk mittlerweile 180 Millionen Euro verschlungen hat, ist der Kampf zumindest auf der juristischen Ebene noch lange nicht ausgestanden. „Wir möchten vor dem Bundesverwaltungsgericht erreichen, dass der Planfeststellungsbeschluss für rechtswidrig erklärt wird“, sagte Jörg Urban von der Grünen Liga Dresden. Auf diese Weise werde zwar die Brücke nicht wieder verschwinden, aber man könne das Urteil exemplarisch verwenden, um zu zeigen, dass der Freistaat Sachsen bei Bauverfahren ständig Rechtsbrüche begeht, so Urban.

Nach Angaben der Grünen Liga wird in der Regel jeder private Investor, der in Schutzgebieten bauen will, entweder mit seinem Vorhaben abgewiesen oder er muss in einer Verträglichkeitsprüfung nachweisen, dass es keine naturverträglicheren Alternativen für das geplante Vorhaben gibt. Anders sehe das bei der öffentlichen Hand aus, hier werde in der Regel auf die Verträglichkeitsprüfung verzichtet. Nach eigener Auskunft bekommt die Grüne Liga für den Rechtsstreit nach wie vor Spenden aus Dresden und ganz Deutschland. Konkrete Zahlen wurden jedoch nicht genannt.

Stephan Hönigschmid

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadtpolitik
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.