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Grobplan für den Laubegaster Flutschutz steht

Grobplan für den Laubegaster Flutschutz steht

Nach langem Hin und Her soll der Stadtrat im Dezember endlich die Leitlinien für einen Hochwasserschutz in Laubegast beschließen. Dem Plenum werden dafür die Ratschläge einer Arbeitsgruppe aus Verwaltung und Anwohnern vorgelegt.

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Blick aufs Laubegaster Ufer - eine hohe Mauer oder einen Deich an dieser Stelle können sich die Anwohner dort nicht vorstellen.

Quelle: Jürgen-M. Schulter

Danach beginnt die konkrete Planung. Das geht aus Angaben der Arbeitsgruppe "Leben mit dem Fluss" hervor, die den Beteiligungsprozess mit den Bürgern koordiniert.

Absehbar ist, dass auf eine große Mauer rings um Laubegast - wie ursprünglich mal angedacht - verzichtet wird. Statt dessen soll es viele lokale Einzellösungen geben, teils mit kleineren Dämmen und Mauern, teils mit mobilen Flutschutzsperren und mehreren "Verteidigungslinien" gegen die Elbe. Auf diesen Basis-Kompromiss - der auf einen Rundumschutz gegen ein Jahrhunderthochwasser verzichtet - hatten sich Anwohner und Verwaltung in den vergangenen Monaten weitgehend geeinigt. Denn "der Erhalt des Laubegaster Ufers mit seiner charakteristischen Uferbebauung und seinem Landschaftsbezug hat Vorrang vor den Belangen des Hochwasserschutzes", heißt es im Empfehlungsdokument der Arbeitsgruppe.

Damit kommt - fast zehn Jahre nach der Flutkatastrophe vom August 2002, die Laubegast zeitweise in eine Insel verwandelte - nun endlich der Hochwasserschutz für den Dresdner Osten in Gang. Anderswo sind längst Tatsachen geschaffen, meist in Landesregie: Zuerst wurde die Innenstadt für ein Hochwasser abgedichtet, wie es statistisch gesehen alle 100 Jahre vorkommt ("HQ 100"), der Umbau des Weißeritzbettes steht kurz vor dem Abschluss und in Gohlis werden jetzt die Dämme erhöht.

Für Laubegast allerdings, das zu den am schlimmsten betroffenen Vierteln im August 2002 gehörte, sah der Flutschutz-Meisterplan des Landes zunächst keine konkreten Bauprojekte vor. Daraufhin nahm die Stadt dies in die eigenen Hände. Bald zeigte sich aber, dass die Laubegaster keinesfalls mit einer hohen Hochwasserschutzmauer vor der Nase leben wollten, eine rein mobile Lösung mit montierbaren Schutzschiebern lehnte die Stadt hingegen aus Kosten- und technologischen Gründen ab.

Inzwischen zeichnet sich in Kurzform folgende Lösung ab: Direkt an der Elbe wird es viele Einzelsperren geben, die aber höchstens bis zu einem Innenstadt-Pegel von 7,50 Metern der Elbe standhalten können. Eine zweite Schutzlinie für einen Pegel bis 9,50 Meter wird zwischen Laubegaster Ufer und der Österreicher Straße angeordnet - der genaue Standort wird aber noch ermittelt. Eine dritte Linie soll Laubegast mit einem HQ-100-Deich nach hinten, zum alten Elbarm hin schützen.

Welche genauen Lösungen gewählt werden, sollen die Planer ab dem kommenden Jahr ausarbeiten. Der Stadtrat könnte dann Ende 2012, spätestens im Frühjahr 2013 die Vorzugsvarianten beschließen. Ab wann gebaut wird und wie dies zu finanzieren ist, steht allerdings bisher noch nicht fest.

Heiko Weckbrodt

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.11.2011

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