Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Gestaltungskommission: Stadtrat lehnt neuen Beirat ab

Gestaltungskommission: Stadtrat lehnt neuen Beirat ab

Castrop-Rauxel und Pforzheim haben eine, Darmstadt und Gütersloh auch. Die Kulturstadt Dresden bekommt dagegen keine Gestaltungskommission, die mit unabhängigen Experten besetzt ist und die Verwaltung und den Stadtrat in architektonischen sowie planerischen Fragen berät.

Ein Antrag der Grünen, der die Bildung solch eines Gremiums forderte, scheiterte am Donnerstagabend im Stadtrat an den Gegenstimmen von CDU, FDP und Bürgerfraktion. "Dresden stand in der Vergangenheit für die gelungene Verbindung von Funktion und Gestaltung. Ein gutes Beispiel, das diesen Anspruch erfüllt, ist die Yenidze. Dem Zweck nach ein Industriebau, aber künstlerisch sehr wertvoll", erklärte Grünen-Fraktionschef Thomas Löser.

Diesen hohen Anspruch habe die Stadt in den vergangenen Jahren aufgegeben, meinte Löser unter anderem mit Blick auf die Granitblöcke und Pfähle auf dem Postplatz, die aus seiner Sicht den Blick zum Zwinger unnötig versperren. Auch den Erweiterungsbau der Altmarkt-Galerie hält er für misslungen. Eine Gestaltungskommission könne dafür sorgen, dass Dresden die Messlatte beim Thema Stadtplanung wieder sehr hoch legt. SPD-Stadtrat Axel Bergmann sieht das ganz ähnlich. "Es geht darum, Qualitätsziele durchzusetzen und da ist uns jedes Instrument recht."

Für den baupolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, Hans-Joachim Brauns, ist solch eine Gestaltungskommission nicht mehr als ein "unnötiger Verwaltungskropf". Schon jetzt könnten Verwaltung und Stadtrat jederzeit Architekten und andere Experten um Rat fragen. Zudem würden sich Institutionen wie die Gesellschaft Historischer Neumarkt und die Architektenkammer Sachsen regelmäßig in die öffentliche Diskussion einschalten.

"Wir werden mit einer Gestaltungskommission auch nicht verhindern, dass Architekten uns Entwürfe vorlegen, die im Nachhinein keine Akzeptanz finden", betonte Brauns. "Gerade bei der umstrittenen Feuertreppe am Stadtmuseum waren es Architekten, die auf diese gestalterische Lösung gedrängt haben. Dresden solle sich ruhig mal etwas trauen, hieß es damals, denn solch eine Treppe könnte das neue Wahrzeichen unserer Stadt werden. Was rausgekommen ist, wissen wir alle."

Löser wollte dagegen über die neue Gestaltungskommission das Niveau früherer Baumeister wie Matthäus Daniel Pöppelmann und Hans Erlwein erreichen. Von dem Votum des Stadtrates unberührt bleibt die bereits existierende Gestaltungskommission "Kulturhistorisches Zentrum", deren Schwerpunkt auf dem Neumarkt-Gebiet liegt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.10.2013

Christoph Stephan

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadtpolitik
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.