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Gedenken am 13. Februar: FDP-Chef Zastrow kritisiert Grünen-Vorschlag zum Heidefriedhof

Gedenken am 13. Februar: FDP-Chef Zastrow kritisiert Grünen-Vorschlag zum Heidefriedhof

Der Dresdner FDP-Chef Holger Zastrow hat den Vorschlag der Grünen, die Gedenkveranstaltung am 13. Februar vom Heidefriedhof in die Innenstadt zu verlegen, scharf kritisiert.

Wie Zastrow am Montag mitteilte, sei die Idee der Grünen „leichtfertig und respektlos". Zastrow weiter: „Für uns als FDP ebenso wie für viele Dresdner gehört der Heidefriedhof als zentrales Element dauerhaft zu dieser stillen Gedenkkultur. Mit ihrem unüberlegten Vorstoß offenbaren die Grünen eine erschütternde Ahnungslosigkeit über die Frage der auf dem Heidefriedhof begründeten Gedenkkultur und zeigen eine fast schon beleidigende Ignoranz gegenüber vielen Dresdnern, die Jahr für Jahr am 13. Februar auf den Heidefriedhof kommen."

Die Grünen hatten auf ihrem Stadtparteitag am Wochenende beschlossen, eine Verlegung des zentralen Gedenkens in die Innenstadt vorzuschlagen. Den Heidefriedhof als Ort des offiziellen Gedenkens nicht mehr zu nutzen heiße nicht, ihn zu entwerten, erläuterte Achim Wesjohannn aus der Arbeitsgruppe in seiner Begründung. Er halte jedoch den Ort nicht wirklich geeignet für die Zeremonie und verwies dabei auf das Rondell, in dem Dresden als Opferstadt in Zusammenhang mit Auschwitz genannt werde. Auch sei die Inschrift zur Zahl der Toten angesichts der Ergebnisse der Historikerkommission nicht mehr aktuell. Für verzichtbar halte man bei dem Festakt überhaupt die Anwesenheit von Vertretern des Militärs und der Landesregierung - sie sollten zumindest nicht eigens eingeladen werden.

Die FDP wirft der politischen Konkurrenz vor, mit einer Verlegung Krawalle in Kauf nehmen zu wollen. „Auf dem Heidefriedhof befindet sich seit vielen Jahrzehnten die Gedenkstätte für die Opfer des 13./14. Februar 1945, weil viele der Toten dort in Massengräbern beerdigt wurden. Der Weg zur Kranzniederlegung führt vorbei an den Gedenksteinen für die Opfer der Konzentrationslager und zur Erinnerung an die Zerstörung vieler Städte darunter auch Coventry. Diese geschichtlichen Zusammenhänge vereint der Heidefriedhof und ermöglicht es somit auch, rechtsextremen Geschichtsfälschern entgegen zu treten. Die Friedhofsordnung sorgt zudem dafür, radikale Gruppen zu disziplinieren", teilten die Liberalen mit.

Bereits um die Frage der möglichen Protestformen im Februar sind FDP und Grüne heillos zerstritten. Nachdem die CDU im Landtag überraschend angeboten hatte, sich eine Beteiligung an friedlichen Protesten in diesem Jahr vorstellen zu können, hatte die FDP gleiches zurückgewiesen. Die „linken Kräfte" würden gewaltbereiten Extremisten einen „politischen Schutzschirm" aufspannen. Dem dürfe auch die CDU „nicht auf den Leim gehen", hatte Zastrow am Wochenende verkündet.

„Es ist eine Unverschämtheit, wenn Zastrow zum wiederholten Mal die Lüge verbreitet, die genannten Parteien würden ´gewalttätigen Extremisten einen politischen Schutzschirm´ aufspannen", hatte Grünen-Stadtrat und Sprecher Michael Schmelich entgegnet. „Offensichtlich geht es Herrn Zastrow bei seinen demokratiefeindlichen Hasstiraden nur noch darum, einen Schutzschirm auf dem rechten politischen Rand für seine in die Bedeutungslosigkeit versinkende Partei aufzuspannen. Das ist insbesondere deshalb gefährlich, weil diese Herrschaften auch noch in der Regierung des Freistaates sitzen."

Dies sei vor allem daher tragisch, weil es „Erfolg versprechende Bemühungen" des Direktors der Landeszentrale für politische Bildung, Frank Richter, gebe, der in seiner Rolle als Moderator der Vorbereitungsgruppe für den 13. und 18. Februar einen Konsens für einen gemeinsamen Protest der demokratischen Organisationen suche.

sl/hp

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