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Gebhardt führt Sachsens Linke an - Aussichtreiche Listenplätze für Dresdner

Gebhardt führt Sachsens Linke an - Aussichtreiche Listenplätze für Dresdner

Die Linke hat ihre Landesliste für die Landtagswahl zusammen. Auf dem Parteitag am Wochenende in Leipzig stützten die Delegierten die pragmatische Politik des Vorsitzenden Rico Gebhardt.

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Rico Gebhardt mit der Bundesvorsitzenden Katja Kipping.

Quelle: Peter Endig

Aussichtsreiche Plätze erhielten Dresdner Kandidaten, der Leipziger Abgeordnete Volker Külow erlitt eine Schlappe.

Die Unterstützer von Volker Külow konnten es gestern immer noch nicht fassen. Külow, seit 2004 Landtagsmitglied und eine der Galionsfiguren der Links-Sozialisten, war am Sonnabend von den Delegierten mehr als nur abgestraft worden. Der umstrittene Vorsitzende des Stadtverbands Leipzig wurde abserviert. Weder wählte ihn seine Partei auf einen der aussichtsreichen Listenplätze - noch konnte er sich in der Stichwahl um Platz 32 durchsetzen. "Es ist eine persönliche und politische Niederlage", sagte Külow gestern. Er wolle analysieren, was er falsch gemacht habe.

Die Stimmung auf dem Parteitag war jedoch einfach zu fassen. Der 53-Jährige wurde stellvertretend für die linken Dogmatiker abgestraft. Ihnen werfen nicht wenige vor, die Partei an den Rand eines Eklats geführt zu haben. Verbunden ist dieser Streit mit der Personalie Luise Neuhaus-Wartenberg, die Parteichef Gebhardt überraschend als Fachfrau für Wirtschaftspolitik in sein Kompetenzteam berufen hatte. Die 33-Jährige war Ausgangspunkt einer Schlammschlacht. Es ging dabei um die Arbeitsbedingungen in dem Dienstleistungsunternehmen, das die Familie von Neuhaus-Wartenberg führt. Der Landtagsabgeordnete Heinz Hoffmann hatte deswegen seinem Parteivorsitzenden Gebhardt gedroht und ihn aufgefordert, Neuhaus-Wartenberg fallen zu lassen.

"Das, was stattgefunden hat, sprengt mein Vorstellungsvermögen", sagte Gebhardt in seiner Eröffnungsrede. "Wir können uns bis aufs Messer streiten", stellte er klar. Aber es gehe nicht, dass man ihn erpressen wolle. Neuhaus-Wartenberg selbst schilderte, wie ihr zugesetzt wurde. Ein Verhältnis mit Gebhardt sei ihr unterstellt worden. Sie habe Anrufe erhalten, dass der Parteivorsitzende wohl der Vater ihres Kindes sei.

Külow, der intern nicht mit Kritik an der Nachwuchskraft sparte, wird vorgeworfen, den offenen Brief gegen Neuhaus-Wartenberg mitinitiiert zu haben - was er abstreitet. Bei der Listenaufstellung wurde Neuhaus-Wartenberg vom vorgeschlagenen Listenplatz fünf auf Rang elf durchgereicht. Am Ende erhielt sie nur 52,4 Prozent der Stimmen. Auch hierbei wurde Külow als treibende Kraft vermutet. Denn die Leipziger Abgeordnete Cornelia Falken rutschte für Neuhaus-Wartenberg auf Platz fünf vor.

Die künftige Landtagsfraktion wird vor allem von pragmatischen Kräften rund um den Spitzenkandidaten Gebhardt geprägt sein, der mit 70,5 Prozent auf Platz eins gewählt wurde. Dem links-sozialistischen Flügel werden auf den ersten 30 Plätzen nur noch die bisherigen Abgeordneten Klaus Bartl (Platz 4), Cornelia Falken (Platz 5), die Chemnitzerin Susanne Schaper (Platz 25) und der Pirnaer Lutz Richter (Platz 26) zugerechnet. Die Erneuerung der Fraktion macht sich vor allem an den Kandidaten ohne Parlamentserfahrung fest. 17 von 30 haben mindestens eine Legislaturperiode hinter sich. Etablierte Kräfte wie Gerhard Besier hatten keine Chance. Neue Gesichter drängten nach vorne.

Eine der größten Überraschungen war die Wahl von Franz Sodann. Der Sohn des Schauspielers Peter Sodann hielt eine flammende Rede. Er wolle sich empören, rief er den Genossen zu. Mit Listenplatz 22 (54 Prozent) hat er einen Sitz im Landtag wahrscheinlich sicher. Seine Wahl stärkte zudem den Stadtverband Leipzig, der zuvor über Nichtberücksichtigung geklagt hatte, und nun mit drei Kandidaten im 30er-Team vertreten ist.

Mit mehreren aussichtsreich platzierten Kandidaten ist auch Dresden vertreten: Die Dresdner Stadtverbandschefin Annekatrin Klepsch steht auf Platz zwei, der Stadtratsfraktionsvorsitzende André Schollbach nimmt Platz 14 ein. Gute Chancen haben auch Anja Klotzenbücher (15) und Sarah Buddeberg (23).

Gebhardt visiert mit seinem Team 30 Landtagsmandate plus/minus zwei Sitze an. "Wir brauchen Selbstbewusstsein", ermahnte er die Mitglieder.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.04.2014

Kai Kollenberg

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