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"Flüchtlingsheim? Wir sagen Nein!" - Pappritzer Bürgerinitiative lehnt Übergangswohnheim ab

"Flüchtlingsheim? Wir sagen Nein!" - Pappritzer Bürgerinitiative lehnt Übergangswohnheim ab

Pappritzer Einwohner lehnen die geplante Einrichtung eines Übergangswohnheims in ihrem Dorf im Schönfelder Hochland ab. Am Mittwoch versammelten sich etwa 100 Anwohner vor dem Nordic Hotel am Wachwitzer Höhenweg, um gegen die Pläne der Stadtverwaltung zu protestieren.

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Pappritzer Einwohner protestierten gegen das geplante Asylbewerberheim im Nordic Hotel am Wachwitzer Höhenweg.

Quelle: Anja Schneider

"Asylbewerberheim in Pappritz? Ohne jegliche Infrastruktur? Mitten im Wohngebiet? Wir sagen Nein!", hieß es auf einem Transparent. Eine Bürgerinitiative hat bislang 500 Unterschriften gesammelt. Sie sollen dem Ortschaftsrat übergeben werden. Der hatte die Entscheidung über das Heim auf seiner jüngsten Sitzung vertagt, weil viele Fragen offen geblieben seien.

Die Stadtverwaltung plant, 60 asylsuchende junge Männer in dem Hotel unterzubringen. Die Inbetriebnahme des Heims sei im Dezember vorgesehen, heißt es im "Maßnahmeplan zur Schaffung zusätzlicher Unterbringungskapazitäten für Asylbewerber". Ein Interimsbetreiber werde noch gesucht. Die 60 Asylbewerber würden in Ein- bis Dreibett-Zimmern mit Nasszelle untergebracht. Von Montag bis Freitag sei ein Wachschutz präsent. Außerdem stehe zeitweise ein Sozialarbeiter zur Verfügung.

"Eine sachliche und kritische Begleitung der Planung eines Asylbewerberheims und auch das kritische Hinterfragen sollten erlaubt sein, ohne dass man die Anwohner gleich in eine rechtspopulistische oder ausländerfeindliche Ecke stellt", betonte Peter Rölke von der Bürgerinitiative. Die Pappritzer hätten erst Ende Oktober und damit viel zu spät von den Plänen der Stadtverwaltung erfahren, seien nicht eingebunden worden.

"Bei der Einrichtung eines Asylbewerberheims müssen geltende Gesetze eingehalten werden", betonte Rölke. Das Innenministerium schreibe in seiner Verwaltungsvorschrift für Gemeinschaftsunterkünfte u.a. ausreichend große Gemeinschaftsräume und Freiflächen für Sport und Spiel vor. Beides sei in Pappritz nicht gegeben.

Das Haus verfüge pro Etage über jeweils eine Küche mit Gemeinschaftsraum und eine separate Teeküche, erklärte hingegen Marco Fiedler, Referent von Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos), auf DNN-Nachfrage. Die Außenanlage um das Hotel herum sei "tatsächlich limitiert, gleichwohl aber ausreichend". Ähnlich einem Studenten im Wohnheim stehe es den Asylbewerbern ja frei, sich im gesamten Dresdner Stadtgebiet zu bewegen. Mit Blick auf andere Übergangsheime sehe er "keinerlei Probleme".

Die Anwohner indes halten ein Heim für 60 asylsuchende junge Männer inmitten eines Dorfes generell nicht für richtig. Es gebe keine Infrastruktur in Pappritz, keine Einkaufsmöglichkeiten, kein Café, keine Freizeitmöglichkeiten, nichts, erklärte Anwohner Thomas Lang. "Was wollen die Männer anderthalb Jahre hier im Dorf machen, wenn sie nicht arbeiten dürfen?", fragte er. Man tue ihnen damit nichts Gutes. Die Einwohner befürchten, dass Alkoholmissbrauch, Drogen und Diebstähle zu Problemen werden könnten. "Das nächste Polizeirevier befindet sich weit entfernt in der Neustadt", so Lang.

Am 11. Dezember muss der Stadtrat über die geplanten Asylbewerberheime entscheiden. Das Rathaus rechnet mit rund 4000 Asylsuchenden, die im Dezember 2016 voraussichtlich in Dresden leben werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.11.2014

Katrin Richter

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