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Ex-WM-Büro-Chef Jörn Verleger will weg aus Dresden

Ex-WM-Büro-Chef Jörn Verleger will weg aus Dresden

"Das ist ein tüchtiger und integrer Mann. Er hat einen guten Eindruck bei uns hinterlassen", ist Ferdinand Ecker voller Vorfreude. Der 68-jährige Geschäftsführer des Grünwalder Freizeitparks bei München sucht einen Nachfolger und glaubt ihn in Jörn-Torsten Verleger gefunden zu haben.

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Jörn-Torsten Verleger

Ein entsprechender Beschluss der Gemeinde Grünwald in nicht-öffentlicher Sitzung liegt vor. Doch zu Details wollen weder der joviale Österreicher Ecker in bayerischen Diensten noch der Leiter der Grünwalder Verwaltung, Jan Neusiedl, Näheres bekanntgeben. "Interne Personalangelegenheit", heißt es lapidar.

Ecker weiß nichts von Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Personalie Verleger, will davon auch nichts wissen. Es gelte die Unschuldsvermutung. Die 11 000-Einwohner-Gemeinde Grünwald liebe die Ruhe und Diskretion, hier leben die Schönen und Reichen von München sowie die Stars und Sternchen des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München, darunter Ex-Titan Oliver Kahn. Der Freizeitpark sei aus der ehemaligen Sportschule Grünwald hervorgegangen, umfasse Schwimmbad, Sauna, Fußball-, Beachvolleyball- und Tennisplätze sowie eine Musikschule. Verleger wäre hier Chef eines Zuschussbetriebs der Grünwalder Gemeinde mit 30 Mitarbeitern. Allein das Schwimmbad besuchen jährlich 80 000 Gäste.

Doch weit vom kleinen, aber feinen idyllischen bayerischen Schicki-Micki-Vorort entfernt brodelt es in der sächsischen Landeshauptstadt. Denn wie die städtische Pressestelle den DNN bestätigte, liegt der Rechnungsprüfungsamtsbericht zum Wirken von Verleger im früheren Veranstaltungsbüro der Landeshauptstadt vor. Verleger war organisatorischer Chef des Evangelischen Kirchentages 2011, der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 sowie der Schacholympiade.

Die Ergebnisse sind wenig schmeichelhaft, wenn auch keine strafrechtlich relevanten Vergehen festgestellt wurden. Der Bericht ging jetzt an die Fraktionen und die Bürgermeister zur Stellungnahme. Bevor die Stadtspitze Stellung bezieht, möchte sie die Reaktionen der Geschäftsbereiche abwarten. Indes steht fest: Verleger hat gegen einige Regeln der Verwaltung verstoßen, auch Bürgermeister Winfried Lehmann (CDU) kommt nicht gut weg.

Schwerwiegend indes scheinen Verlegers Verstöße nicht zu sein. Intern sprechen viele von "Schlampereien". Auch die Staatsanwaltschaft hat wegen Verdachts auf Untreue und Vorteilsnahme zwar gegen den Leiter des wieder geschlossenen Veranstaltungsbüros ermittelt. Doch strafrechtlich Relevantes kam auch hier nicht zu Tage. Seit Oktober 2011 ist Verleger als Abteilungsleiter für die Absicherung des Betriebs von Sportstätten und Bädern zuständig. Eine weitere Verwaltungskarriere dürfte dem Ehrgeizling in Dresden verbaut sein. Ralf Redemund

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.06.2012

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