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Erweiterung des Dresdner Alaunplatzes: Anwohner der Paulstraße fürchten um ihre Ruhe

Erweiterung des Dresdner Alaunplatzes: Anwohner der Paulstraße fürchten um ihre Ruhe

Im Ringen um die Erweiterung des Alaunplatzes ist die nächste Runde eröffnet. Viele Neustädter jubelten, als die Stadt im April bekannt gab, für 450 000 Euro ein 1,5 Hektar großes Teilstück des ehemaligen "Russensportplatzes" vom Freistaat gekauft zu haben, um den schwer überbeanspruchten Alaunplatz zu entlasten.

"Ein wichtiger Schritt" sei getan, freuten sich auch die Neustadt-Grünen, die die Erweiterung seit fast zehn Jahren vorangetrieben hatten. Derzeit laufen nach Angaben der Stadt die Altlastensanierung und die Ausschreibung für die Realisierung des Parkausbaus. Doch der trifft nicht überall auf ungetrübte Freude. Anwohner der Paulstraße, über die künftig der Westzugang zum neuen Parkstück erfolgen soll, fürchten um den Frieden in ihrer kleinen grünen Oase.

Seit 16 Jahren wohnen Eberhard Glausch und Frank Rothe bereits in der Paulstraße. Der Blick aus dem Fenster ging bislang auf die vergleichsweise ruhige Nebenstraße und ins Grün der stillen Brache, die nun Park werden soll. Doch allein der Gedanke an die feierwütigen Massen, die bald direkt unterm Schlafzimmerfenster vorbei toben könnten, will so manchem Anwohner den Schlaf rauben. "Sie müssen sich ja nur anschauen, was schon jetzt jeden Tag im Park los ist. Es wird bis nachts laut Musik gehört, die Leute lassen ihren Müll liegen, und die Büsche stinken von Weitem nach Urin." Daran würden auch eventuell errichtete Toiletten nichts ändern, findet der Rentner. "Die müsste ja jemand betreiben und sauber halten, das bedeutet Gebühren - und dann wird da im Leben keiner drauf gehen."

Bereits jetzt sei die Belastung enorm. Immer öfter verirrten sich überwiegend junge Leute in die Höfe entlang der Paulstraße. "Wir haben hier schon Fremde gefunden, die in unserer Sitzecke Partys feierten, oder junge Pärchen, die sich im Dunklen im Gras vergnügten", berichtet eine Nachbarin, die im Erdgeschoss wohnt. Auch einen Einbruch habe es bereits gegeben. "Mit der Erweiterung wird das noch schlimmer, dann sitzen sie mit dem Grill praktisch unter unseren Fenstern", fürchtet der 73-jährige Eberhard Glausch. Dann sei an Ruhe überhaupt nicht mehr zu denken.

Die geplante Zuwegung über die Paulstraße verschlimmere das Ganze noch. Die Mieter fürchten um ihre Nachtruhe, wenn ausgelassene Parkbesucher nachts die Grünanlage in Scharen in Richtung Königsbrücker Straße verlassen. "Wir verstehen nicht, warum der Zugang über die Paulstraße erfolgen soll. Es gibt ja bereits einen Zugang über den Bischofsweg neben dem Kindergarten, den man nur verlängern müsste", kritisieren die Anwohner und fordern Zugeständnisse von der Stadt: keine Zuwegung über die Paulstraße und Schutzmaßnahmen entlang der Westseite des neuen Parkteils, um die unmittelbar angrenzenden Wohngrundstücke vor Lärm und Vandalismus zu schützen. Geringe Hoffnung setzen sie auf die zugesagte Bürgerbeteiligung im Zuge des Planungsverfahrens.

"Ein angemessener Sicherheitsabstand zwischen Park- und Wohnbereich, ein stabiler Zaun und dichte Hecken als Lärmschutz wären ein Kompromiss, mit dem wir leben könnten", erklärt Eberhard Glausch. Käme es tatsächlich so wie derzeit geplant, bliebe nur noch der Auszug, sind sich nicht nur diese drei Mietparteien an der Paulstraße einig. Mieterangaben zufolge beschäftigen sich deshalb bereits die Anwälte der Grundstücksverwaltung Berlinhaus mit dem Thema Alaunplatzerweiterung. Das Unternehmen hat dies bislang allerdings weder dementiert noch bestätigt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.08.2013

Jane Jannke

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