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Erweiterung des Alaunplatzes bleibt ungewiss - Verhandlungen scheitern an Freistaat-Forderungen

Erweiterung des Alaunplatzes bleibt ungewiss - Verhandlungen scheitern an Freistaat-Forderungen

Morgen ist es genau ein Jahr her, dass der Stadtrat die Stadt Dresden per Beschluss mit dem Kauf des ehemaligen Russensportplatzes vom Freistaat Sachsen beauftragte.

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Stadtrat Torsten Schulze (Grüne, l.) und SIB-Verkaufsleiter Ludgar Weiland beim Vor-Ort-Termin auf dem ehemaligen Sportplatz der sowjetischen Armee.

Quelle: D. Flechtner

Von Jane Jannke

Der extrem übernutzte Alaunplatz soll dadurch erweitert und die prekäre Grünflächensituation in der Neustadt entschärft werden. Doch nun geht das vergangene Jahr als ein weiteres in die Annalen der bereits seit über 15 Jahren währenden Erweiterungsüberlegungen ein, das keine Ergebnisse brachte.

Schenkt man den Aussagen der Verhandlungspartner Glauben, wollen beide grundsätzlich ins Geschäft kommen. "Wir wissen um den ungeheuren Bedarf der Neustädter nach mehr Grünflächen", konstatierte Ludgar Weiland, Bereichsleiter Verkauf beim Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB), gestern beim Vor-Ort-Termin. Deshalb fehle es auch nicht an der Bereitschaft, einen Teil des ehemaligen Militärgeländes zu veräußern. "Mit der Stadt stehen wir seit Oktober 2011 in Verhandlungen zu einem circa 1,5 Hektar großen Teilstück", so Weiland - also nicht ganz der Hälfte der Gesamtfläche. Bei den Grünen registriert man diese Information mit Erstaunen: "Eigentlich hatten wir bislang angenommen, dass sich der Auftrag des Stadtrates auf das gesamte Gelände bezieht", so Stadtrat Torsten Schulze.

Die Verhandlungen mit der Stadt dauerten an, sagt Ludgar Weiland. Warum dennoch nach wie vor keine Erfolge zu vermelden sind, darüber schweigt sich der Beamte ebenso aus wie über Details zu den Verkaufskonditionen des Freistaates. Fest steht so viel, dass eben jene Konditionen in der Vergangenheit immer wieder Streitpunkt zwischen Stadt und Land waren, woraufhin die Verhandlungen regel-mäßig für geraume Zeit zum Erliegen kamen. Aber auch die ungeklärte Fra-ge der Finanzierung seitens der Stadt gestaltete sich lange als Hemmschuh.

Bereits 2007 hatte die Stadt ihre Bemühungen zum Erwerb der Brache verstärkt. Die Verhandlungen scheiterten damals nach stadtinternen Angaben an der Absicht des Freistaates, das Gelände zu teuren Baulandpreisen zu veräußern. Auch der Plan, auf 4000 Quadratmetern im Norden des Areals eine Kita zu errichten, wurde zwischenzeitlich wieder verworfen. Ein Bodengutachten hatte 2008 einen Verkaufswert von 65 Euro / Quadratmeter ermittelt, der Freistaat verlangte allerdings nach Stadtangaben utopische 145 Euro.

Als der Freistaat 2010 eine Nutzung für das neue Polizeirevier Dresden-Nord prüfte, geriet das Vorhaben Alaunplatzerweiterung erneut ins Stocken. Ob die Wache kommt, ist immer noch ungewiss; derzeit scheint ein Standort an der Stauffenbergallee wahrscheinlicher. Doch für die Verhandlungen zur Alaunplatzerweiterung stelle diese Frage ohnehin keinerlei Hindernis dar, stellt Ludgar Weiland klar, da beide Vorhaben unterschiedliche Areale beträfen. Trotzdem geht es nicht voran.

Nach dem Stadtratsbeschluss im vergangenen Mai kam neuer Schwung in die Sache. 1,2 Millionen Euro wurden für den Erwerb der Brache im aktuellen Haushalt eingestellt. Im September reichte die Stadt einen Kaufantrag beim SIB ein, im Oktober folgte ein erster Gesprächstermin - bis heute blieb es nach SIB-Angaben der einzige. "Wir haben dem Liegenschaftsamt einen neuen Termin in allernächster Zeit angeboten." Weiland hofft, noch in diesem Jahr eine Einigung mit dem Liegenschaftsamt zu erzielen.

Inwieweit der Freistaat die Bemühungen auch selbst erschwert, bleibt fraglich: In der Beschlusskontrolle der Stadt zum aktuellen Stand der Bemühungen hieß es zuletzt, die Verkaufsbedingungen des Freistaates könnten "aus planerischen und denkmalschutzrechtlichen Gründen im Wesentlichen nicht erfüllt werden". Zu Details schweigen Stadt und Land, den Neustädtern droht nun eine Fortsetzung der Hängepartie.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.05.2012

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