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Elbe kann jeden Moment wieder über Ufer treten: OB will Baugenehmigungen im Hochwassergebiet prüfen

Elbe kann jeden Moment wieder über Ufer treten: OB will Baugenehmigungen im Hochwassergebiet prüfen

Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) hat gestern in einer Rede vor dem Stadtrat gefordert, dass alle Vorhaben und Projekte nach dem verheerenden Hochwasser auf den Prüfstand kommen.

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Hochwasser in Pillnitz: Jeden Moment damit rechnen, dass die Elbe wieder über die Ufer treten könnte.

Quelle: Sandro Götze

Alle Baugenehmigungen in Flutgebieten müssten überprüft und im Zweifel verworfen werden. Das gelte auch für die geplante Hafencity an der Leipziger Straße. "Es fällt mir schwer, weiter von Jahrhundertereignissen zu sprechen", erklärte Orosz, "ich werde nicht sagen: Das nächste Hochwasser kommt in 80, 90 oder 100 Jahren. Wir müssen jeden Moment damit rechnen, dass die Elbe wieder über die Ufer treten könnte."

Orosz forderte, dass die Planungen für Laubegast vorangetrieben werden. Der Stadtteil war während des Hochwassers erneut wegen überfluteter Straßen zur Insel geworden. Die Untersuchungen über einen möglichen Flutschutz waren wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen Land und Stadt bereits vor dem Juni-Hochwasser auf Eis gelegt worden (DNN berichteten). "Das Schadenspotenzial ist so groß, dass wir uns keinen weiteren Zeitverzug leisten können", erklärte die OB. Sie begrüße von Land und Bund angekündigte gesetzliche Änderungen, die den Bau von Hochwasserschutzanlagen beschleunigen sollen.

Dort, wo der Flutschutz in der Stadt bereits fertig war, habe er funktioniert. "Diese Maßnahmen haben Schäden in der Altstadt verhindert." Die Landestalsperrenverwaltung habe mit hohem Aufwand Hochwasservorsorge an der Weißeritz betrieben. Dadurch sei der Fluss nicht über die Ufer getreten, es sei nicht zu solchen verheerenden Zerstörungen wie 2002 gekommen.

Orosz lobte den Katastrophenschutzstab, der mit umfassender Professionalität gearbeitet habe. Es seien die richtigen Lehren aus 2002 gezogen und vor allem auch die Akteure vor Ort eingebunden worden. "Wir haben versucht, die Balance zwischen zentralen Entscheidungen im Stab und der dezentralen Abwehr zu finden." Die Ortsamtsleiter und Ortsvorsteher seien in alle Entscheidungen eingebunden worden. Auch die Informationspolitik sei wesentlich besser gewesen als 2002, schätzte Orosz ein.

Gemeinsam mit Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) will die OB einen umfassenden Bericht über die Arbeit des Katastrophenschutzes erstellen und dem Stadtrat vorlegen. "Wir werden dabei auch Fehlerquellen aufspüren und beheben", kündigte die OB an. Ziel sei es auch, die über soziale Netzwerke im Internet herbeigerufenen Tausenden Helfer besser mit dem Stab zu vernetzen. "Wir müssen darüber nachdenken, wie die Schnittstellen organisiert werden können."

Thomas Baumann-Hartwig

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.06.2013

Thomas Baumann-Hartwig

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