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Eine Probe nach Pferdefleisch-Skandal in Dresden getestet – Diskussionen um weitere Kontrollen

Eine Probe nach Pferdefleisch-Skandal in Dresden getestet – Diskussionen um weitere Kontrollen

Die Stadt Dresden hat auf den Pferdefleisch-Skandal reagiert und Tiefkühlprodukte untersucht. Genau eine Probe wurde dabei Anfang März von einem Fertigerzeugnis entnommen, wie die Verwaltung auf Anfragen von DNN-Online und der Grünen-Fraktion bekannt gab.

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Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Dresden wurde von der Landesdirektion mit der Entnahme einer Probe beauftragt.

Quelle: dpa

Der Entnahme liegt der Aktionsplan „Aufklärung-Transparenz-Information-Regionalität“ des Verbraucherschutzministeriums zugrunde, das für Sachsen eine Untersuchung von acht Proben vorsieht. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Dresden wurde dementsprechend von der Landesdirektion mit der Entnahme einer Probe beauftragt. Welches Ergebnis dabei erzielt wurde, ist derzeit nicht bekannt.

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Das französische Unternehmen Spanghero soll für falsch deklarierte Lieferungen verantwortlich sein - weist die Vorwürfe jedoch zurück. Foto: Guillaume Horcajuelo

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Bekannt ist aber, dass im Rahmen zweier übermittelter Schnellwarnungen auch Lieferungen von Fertigerzeugnissen mit nicht deklariertem Pferdefleischanteil nach Dresden gelangt waren. Auch darüber informierte die Stadt. Der Einzelhandel zog daraufhin zwei Tiefkühlprodukte aus dem Handel zurück.

Dass in Dresden nur eine Probe entnommen wurde, sorgt indes für Diskussionen. „Meiner Ansicht nach ist eine Probe zu wenig. Mit einer Probe kann man alles und nichts beweisen“, teilte Birgit Brendel, Referentin für Ernährung der Verbraucherzentrale Sachsen mit. Prinzipiell wäre es so, dass die Anzahl der Lebensmittelkontrollen davon abhänge, wie empfindlich und vorbelastet verschiedene Lebensmittel sind. Leicht verderblich Produkte wie Fleisch oder Eier würden besonders häufig kontrolliert. „Grundsätzlich fordern wir aber umfangreichere und flächendeckerende Proben“, so Brendel.

„Ich finde es erschreckend, wenn der Öffentlichkeit suggeriert wird, man sei um die Aufklärung des Falls bemüht und dann wird im gesamten Stadtgebiet lediglich eine Probe entnommen. Das ist lächerlich“, kritisierte Grünen-Stadtrat Jens Hoffsommer. Das größte Problem aus seiner Sicht sei die mangelnde Informationspolitik. Die Bürger würden von den Behörden nicht ausreichend informiert. Auf Anfrage von DNN-Online kritisierte Hoffsommer auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen. So wäre das Veterinäramt nicht befugt, die Bürger zu informieren.

Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz verweist auf die Kommunen als Verantwortlichen. Wie Ralph Schreiber, Sprecher des Ministerium auf Anfrage mitteilte, werden die Kommunen lediglich vom Ministerium beauftragt.

Ganz ähnlich äußerte sich auch Linken-Stadtrat Hans-Jürgen Muskulus. „Warum wird die Öffentlichkeit nicht ausreichend informiert, wie viele Proben in Dresden mit welchem Ergebnis in Dresden entnommen wurden? Das führt aus meiner Sicht nur zu Verunsicherung.“ Muskulus, der im Ausschuss für Gesundheit und Soziales sitzt, forderte die Benennung der vom Pferdefleisch-Skandal betroffenen Betriebe.

Auch SPD-Landtags-Mitglied Thomas Jurk fordert eine größere Kontrolldichte. „Die Frage, die sich mir stellt, ist ob die Kommunen für die Aufklärung solcher Lebensmittelfälle überhaupt der richtige Ansprechpartner sind oder ob sie damit nicht überlastet sind“, so der Sprecher für Verbraucherschutz.

Ganz anders sieht es hingegen die FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag, die grünen Politikern vorwirft, sich auf Kosten einer ganzen Branche zu profitieren. „Verbraucher werden gezielt verunsichert, um Stimmung zu machen. Und am Ende steht immer die Forderung nach mehr Kontrollen. Dabei ist doch jeder Scheinskandal eigentlich nur ein weiterer Beweis, dass das System der Lebensmittelkontrollen funktioniert", erklärte deren agrarpolitischer Sprecher Tino Günther.

Die Lebensmittelkontrollbehörden des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz haben bundesweit 2258 Proben analysiert und ausgewertet. In bisher 152 Fällen sei Pferde-DNA nachgewiesen worden. „Die Analysen dauern an“, heißt es von Seiten des Bundesministeriums. Außerdem wolle man die Öffentlichkeit stärker informieren. Auf einer eigens eingerichteten Internetseite finden Verbraucher deshalb eine Übersicht aller von Herstellern und Handelsunternehmen zurückgerufenen Produkte in den jeweiligen Bundesländern. Sachsen taucht in dieser Liste nicht auf.

JV/cg

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