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Eigentümer kämpfen gegen Abriss des Hotels am Terrassenufer in Dresden

Eigentümer kämpfen gegen Abriss des Hotels am Terrassenufer in Dresden

Natürlich sind die Gäste des Vier-Sterne-Hotels "Am Terrassenufer" an der Carolabrücke begeistert. Dieser Blick aus den oberen Etagen auf die Dresdner Altstadt und die Sächsische Schweiz sei "einzigartig", das Panorama herrlich, wie Geschäftsführer Max Trapp betont.

Von Ralf Redemund

Das will sich die niederrheinische Eigentümerfamilie erhalten. Und: Sie will investieren - rund zwei Millionen Euro in die energetische Fassadensanierung sowie noch einmal rund sieben Millionen Euro in einen Anbau.

Die Stadtspitze jedoch hat andere Pläne. Der Plattenbau stört die berühmte Silhouette der Stadt. Ein Zwillingsgebäude am Terrassenufer 14 ist bereits geschliffen. Nun soll das Hotel folgen. Einen Notarvertrag zum Abriss nach spätestens 15 Jahren Nutzung hat Senior Ernst Trapp damals auch unterschrieben. Die Stadt zwar auch - aber nur mit einem vollmachtlosen Vertreter. Der damalige OB Herbert Wagner (CDU) hat es laut Ernst Trapp jedoch versäumt, den Vertrag mit seiner Unterschrift nachzugenehmigen. Somit sei der Vertrag nicht wirksam. Wenn die Stadt jetzt abreißen wolle, komme das einer Enteignung gleich, meint Ernst Trapp.

Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) räumte im Bauausschuss diesen formaljuristischen Mangel ein. Gleichwohl pocht der oberste Bauchef auf Verwirklichung des städtebaulichen Plans für die Pirnaische Vorstadt. Der sieht den Abriss und eine Verdichtung mit Gebäuden vor, die eben nicht herausragen, sondern sich einfügen und die Silhouette nicht beschädigen. Ein Hotel soll es weiter an dieser Stelle geben.

Die Stadträte im Bauausschuss folgten bis auf eine Ausnahme der Argumentation der Stadt, auch wenn ein Prozess scheitern könnte. Denn daran ließ Ernst Trapps Sohn Max keinen Zweifel: Man fühle sich im Recht, werde dafür durch alle Instanzen kämpfen. Das könne sich Jahre hinziehen. Zudem sei in dem Notarvertrag auch festgehalten, dass den Trapps, einer Bauunternehmerfamilie aus Wesel, kein wirtschaftlicher Schaden entstehen dürfe. Bis jetzt habe sich das Engagement von 17,3 Millionen Euro in Kauf und Umbau Anfang der 1990er Jahre noch nicht amortisiert, so Trapp. Das sei erst in zwei Jahren der Fall.

Max Trapp bietet eine andere Lösung. Auf Anregung der Stadtplanung ließ Trapp das Büro Rohdecan, das den Architekturwettbewerb zur Pirnaischen Vorstadt gewann, Ideen entwickeln. In Anlehnung an die perspektivische Illusionsmalerei der Renaissance soll das neue zweidimensionale Antlitz der Platte dreidimensional und besser eingepasst wirken, entwickele sich damit vom Weg- zum Hingucker, so Trapp, der den Bau unbedingt erhalten will. Kein Wunder: Die Auslastung ist über dem Durchschnitt. Am Donnerstag entscheidet der darüber, ob die Stadt die Trapps auf Abriss verklagen soll.

www.hotel-terrassenufer.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.11.2011

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