Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 18 ° Gewitter

Navigation:
Google+
Egon Bahr in der Dresdner Frauenkirche: Europa ist eine Lachnummer

Egon Bahr in der Dresdner Frauenkirche: Europa ist eine Lachnummer

kein anderer Satz beschreibt die Deutschland- und Ostpolitik von Willy Brandt besser. Erdacht wurde er von dem SPD-Politiker Egon Bahr, der zu den engsten Mitstreitern Brandts zählte.

Voriger Artikel
Dresdner Stadträte: Wir werden von Verwaltung systematisch behindert
Nächster Artikel
Landtag beschließt: Landesbibliothek SLUB in Dresden wird Staatsbetrieb

Egon Bahr

Quelle: Carola Fritzsche

Wandel durch Annäherung. Am Montagabend war der 90-Jährige in Dresden zu Gast und sprach vor 250 Besuchern im "Forum Frauenkirche" über "Das Ende der Gewissheiten. Die Zumutung des Wandels durch Annäherung."

Neben einem Rückblick in die Zeit des Mauerbaus und der Ostverträge, der den überwiegenden Teil von Bahrs zweistündigem Vortrag ausmachte, war vor allem seine Bewertung der aktuellen Situation der Europäischen Union interessant. "Europa ist eine Lachnummer", sagte der Sozialdemokrat deutlich. Das sei im Interesse der USA, weil diese lieber mit 27 schwachen Staaten verhandelten als mit einer starken zentralen Instanz, so Bahr. Die Skepsis auf dem Weg zu einem vereinten Europa zeigte Bahr anhand einer Anekdote aus dem Jahr 1970. "Der sowjetische Außenminister Gromyko fragte mich besorgt, wann Europa mit einer Stimme sprechen würde. Damals antwortete ich: Wiedervorlage in20 Jahren." Er habe sich in diesem Punkt geirrt, betonte der Polit-Rentner.

Heute plädiere er dafür, dass die europäischen Staaten notfalls auch ohne das oft blockierende England versuchen sollten, ihre Ziele zu verwirklichen. "England wird dann schnell begreifen, dass es ohne die EU nur eine kleine Insel ist, die Schwierigkeiten hat, ihre Interessen durchzusetzen."

Obwohl vieles, was Bahr erzählte, nicht neu war und er auch die eine oder andere Frage falsch beantwortete, weil er sie akustisch nicht verstanden hatte, lauschte das Publikum gebannt seinen Worten. Einige bedankten zudem dafür, dass er sich in seiner aktiven Laufbahn für die Freilassung von politischen Gefangenen in der DDR eingesetzt hatte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.01.2013

Stephan H.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadtpolitik
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.