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Drewag sagt "Nein danke" zu Neubau am Ferdinandplatz

Technisches Rathaus Drewag sagt "Nein danke" zu Neubau am Ferdinandplatz

Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) hat Plänen für den Neubau eines Technischen Rathauses auf einem städtischen Grundstück am Ferdinandplatz eine Absage erteilt. Verwaltungsbürgermeister Peter Lames (SPD) hatte den Neubau ins Gespräch gebracht.

Für die momentan als Parkplatz genutzte Fläche am Ferdinandplatz wird weiter ein Käufer gesucht.

Quelle: Archiv

Dresden. Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) hat Plänen für den Neubau eines Technischen Rathauses auf einem städtischen Grundstück am Ferdinandplatz eine Absage erteilt. Verwaltungsbürgermeister Peter Lames (SPD) hatte den Neubau ins Gespräch gebracht. Die Stadt solle gemeinsam mit den städtischen Unternehmen Drewag-Stadtwerke und Enso einen Verwaltungsneubau in Angriff nehmen. Damit könnte die dezentralisierte Verwaltung auf zwei Standorte konzentriert werden.

Mietbüros für die Stadtverwaltung

Die Energieversorger Drewag und Enso sollen in den nächsten Jahren noch enger miteinander kooperieren und unter ein Dach ziehen. Dabei könne ein Neubau am Ferdinandplatz eine Variante sein, argumentiert Lames. Die Unternehmen investieren in ein großes Gebäude und schaffen Mietbüros für die Stadtverwaltung. Doch Vorjohann erklärte jetzt: "Aus unternehmerischer Sicht von Enso und Drewag ist ein derartiger Neubau keine geeignete Variante." Die Stadt müsse ein neues Rathaus selbst stemmen, und das sei utopisch. "Wir müssen uns eher mit der Frage befassen, wie wir das Neue Rathaus saniert bekommen."

Der erste Bauabschnitt der Rathaussanierung wird zwar demnächst abgeschlossen. Aber angesichts des maroden Zustands in den unsanierten Gebäudeflügeln ist Eile geboten. Mehr als 100 Millionen Euro wird das Großvorhaben nach vorsichtigen Berechnungen kosten. Der Stadtrat hat es im März erst einmal auf Eis gelegt. Doch akute Brandschutzmängel lassen sich durch Untätigkeit nicht beheben.

Außerdem, gab Vorjohann zu bedenken, sei die Situation der Verwaltung so schlecht nicht. Die Außenstellen im World Trade Center (Stadtentwicklung und Bau), Grunaer Straße (Umweltamt) und Junghansstraße (Soziales) seien zwar nicht optimal, dafür aber sehr kostengünstig, wenn er auf die Mieten schaue, so Vorjohann.

Suche nach einem Käufer

Corynn Müller, Sprecherin der Drewag-Stadtwerke, bestätigte die Angaben des Finanzbürgermeisters. Für das gemeinsame Gebäude von Enso und Drewag würden exakt zwei Varianten geprüft: Ein Anbau an das City-Center hinter dem Hauptbahnhof, in dem die Enso ihre Büros hat. Oder aber ein Neubau auf dem Gelände des Kraftwerks Mitte - hier könnte ein energieautarkes Bauwerk mit Tiefgarage entstehen. "Wir fokussieren uns auf diese beiden Varianten. Mehr befindet sich nicht in der Prüfung", so die Drewag-Sprecherin.

Und was wird aus dem Ferdinandplatz - im Moment noch ein Parkplatz? "Das große Musical sehe ich dort nicht", erklärte Vorjohann früheren Plänen eine Absage, die ein Veranstalter vor Jahren ins Gespräch gebracht hatte. Er sucht nach wie vor einen Käufer für die Fläche, die erst jüngst wieder auf der großen Immobilienmesse "Expo Real" in München angeboten wurde.

Thomas Baumann-Hartwig

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