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Dresdner Stadtverwaltung will kein städtisches Wohnungsunternehmen

Dresdner Stadtverwaltung will kein städtisches Wohnungsunternehmen

Die Stadtverwaltung lehnt die Forderung der Linke-Stadtratsfraktion nach einem städtischen Wohnungsunternehmen ab. Es gebe derzeit keine Überlegungen, ein kommunales Wohnungsunternehmen aufzubauen, teilte Sprecher Kai Schulz auf Anfrage von DNN-Online mit.

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Ein städtisches Wohnungsunternehmen könnte verhindern, dass sozial Schwache ausschließlich in Stadtteilen wie Gorbitz wohnen, meint die Linke. Die Stadt tue schon jetzt viel gegen die sogenannte soziale Segregation, hält das Rathaus dagegen.

Quelle: Archiv

Stattdessen vertraut man im Rathaus auf die großen Wohnungsunternehmen. „Der Dresdner Wohnungsmarkt ist auch nach dem Verkauf der WOBA dadurch gekennzeichnet, dass in der Stadt große und erfolgreiche Wohnungsgenossenschaften agieren, die besonderen Wert auf bezahlbaren Wohnraum und sozialräumliche Ausgewogenheit legen“, teilt das Rathaus mit.

Das sehen die Linken im Stadtrat anders, wie DNN-Online berichtete. Demnach müssten in Dresden dringend neue Wohnungen gebaut werden, um einer sich abzeichnenden Wohnungsnot zu begegnen. Da private Wohnungsunternehmen meist nur den Markt für besserverdienende Wohnungssuchende bedienten, wie Kris Kaufmann, wohnungspolitische Sprecherin der Linke-Fraktion, sagt, müsste die Stadt mit einem eigenen Wohnungsunternehmen in die Bresche springen. Dieses solle vor allem für Geringverdiener und Bedürftige erschwingliche Wohnungen bauen und verwalten.

Diese Ansicht teilt die Stadtverwaltung nicht. Insbesondere die Entwicklung des Dresdner Wohnungsmarkts, den Linke-Fraktionschef André Schollbach langfristig auf Münchner und Hamburger Verhältnisse zusteuern sieht, beurteilt man im Rathaus weniger dramatisch. „Von Münchener Verhältnissen zu sprechen ist Panikmache - selbst langfristig“, teilt Sprecher Schulz mit. In München und der Region München fehle es an Bauland, welches für Wohnraum erschlossen werden könne. „Dies ist in Dresden und seiner Region nicht der Fall und wird sich auch bei der jetzt angenommenen Bevölkerungsentwicklung nicht ergeben. Stattdessen ist zu beobachten, dass die Bautätigkeit nach Jahren der Stagnation wieder zunimmt“, sagt er.

Auch das Argument, dass sich mit einem eigenen Wohnungsunternehmen besser in den Wohnungsmarkt eingreifen ließe, sieht die Stadt eher skeptisch. Nach Argumentation der Linken könnte ein städtisches Immobilienunternehmen der sozialen Segregation entgegensteuern. Damit ist das Phänomen gemeint, dass sozial Schwache sich wegen des dort billigeren Wohnraums in bestimmten Stadtteilen wie Gorbitz, Prohlis oder der Johannstadt sammeln. Das habe auch mit den sogenannten Belegschaftsrechten in Gagfah-Wohnungen zu tun, die die Stadt hält und die mehrheitlich in den problematischen Stadtteilen liegen, wie die Linke sagt. „Ob die Gründung eines städtischen Wohnungsunternehmens die Ausbildung von problematischen Wohngegenden verhindern würde, lässt sich per se nicht beantworten“, teilt Kai Schulz mit. Die Stadt versuche seit Jahren im Rahmen der Stadtentwicklung eine solche Segregation zu verhindern. Dazu zählten Förderprojekte wie "Soziale Stadt", Quartiersmanager und die Zusammenarbeit mit großen Vermietern wie Gagfah und den Genossenschaften.

Uwe Hofmann

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