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Dresdner Stadtrat live im Internet - doch kaum einer will es sehen

Dresdner Stadtrat live im Internet - doch kaum einer will es sehen

Wenn der Stadtrat am Donnerstag über die Albertbrücke debattiert und über den interfraktionellen Eilantrag zur unverzüglichen Sanierung des maroden Bauwerkes abstimmt, können die Dresdner das Geschehen von zu Hause aus live verfolgen: Die Sitzungen werden via sogenanntem Livestream ins Internet übertragen.

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Quelle: DNNOnline

Auf der Internetseite www.dresden.de können sich die Dresdner anschauen, wie sich die Stadträte die Argumente um die Ohren hauen.

Ob die Redeschlachten im Stadtrat allerdings die Bürger wirklich vom Hocker hauen, ist eher fraglich. Bei der jüngsten Stadtratssitzung am 5. September feierte die Übertragung Premiere. Und keiner schaute hin. „Wir haben von Beginn bis Ende der Stadtratssitzung 520 Zuschauer gezählt“, erklärte Stadtsprecher Karl Schuricht auf DNN-Anfrage. Fairerweise hat die Stadt die Mitarbeiter der Verwaltung, die dienstlich Stadtrat gucken mussten, herausgerechnet. Die Journalisten, die das Angebot testeten, sind in der Zahl allerdings noch enthalten...

Nach den Berechnungen der Stadt haben bis Ende vergangener Woche 1180 Interessenten die Seite mit dem Mitschnitt der Stadtratsdebatte besucht – auch diese Zahl wurde ohne Verwaltungsmitarbeiter errechnet. Noch niederschmetternder als die mickrige Besucherzahl ist die durchschnittliche Verweildauer der Nutzer: Gerade mal zweieinhalb Minuten schauten sich die Dresdner die verbalen Bemühungen ihrer Volksvertreter an, in den Abendstunden stieg die Zahl immerhin auf drei Minuten.

Von den Befürwortern aus den linken Stadtratsfraktionen wurde der Livestream als Inbegriff für Transparenz gefeiert. Transparenz lebt indes davon, dass diejenigen, die man damit beglücken will, auch mitspielen. Vielleicht muss sich das Angebot ja noch herumsprechen. Vielleicht ist es abschreckend, wenn die Übertragung ins Stocken gerät, sobald bestimmte Stadträte ans Rednerpult treten, die mit einer Übertragung ihrer Worte nicht einverstanden sind und ausgeblendet werden müssen. Vielleicht aber gibt es einfach kein Interesse an einem Livestream der Stadtratssitzung.

Das werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Für zunächst zehn Sitzungen hat die Stadt den Lokalsender Dresden Fernsehen mit dem Livestream beauftragt, Kostenpunkt: 8000 Euro netto. Danach soll Bilanz gezogen und über eine Fortsetzung der Aktivität nachgedacht werden.

Schade: Welche Tagesordnungspunkte die Dresdner am meisten interessiert haben, hat die Stadt statistisch nicht erfassen können. „Da die Tagesordnung aber auch nicht mit Uhrzeiten versehen ist, hätte die Zahl der Zuschauer wenig Aussagekraft hinsichtlich der Inhalte, die die Leute interessieren“, meint Schuricht.

Thomas Baumann-Hartwig

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